Schweden / Finnland 2013 erste Woche

21. Juli 2013, Heimat D – Ribe DK (8:00 – 19:00)

Etwas später als geplant starteten wir unsere Tour gegen 8:00 Uhr. Die ersten zwei bis drei Stunden liefen ganz gut, allerdings stieg mit den Außentemperaturen auch die Verkehrsdichte. Gegen Mittag standen wir dann bei über 30°C im Stau noch deutlich vor Hamburg. Zwischenzeitlich überlegten wir schon, ob wir ein früheres Zwischenziel ansteuern und erst am nächsten Tag nach Dänemark weiterfahren. Doch wir bissen die Zähne zusammen und kamen schließlich gegen 19:00 in Ribe an. Dort tranken wir zunächst ein Feierabendbier, um uns dann nochmal Richtung Innenstadt zu begeben. Bevor wir zu Fuß aufbrachen, stellten wir allerdings fest, dass die rechte innere Manschette der Antriebswelle vom Bus einen Riss hat. Hm,..doof. Nach unserem
Spaziergang fielen wir müde in unsere Betten.

 

22. Juli 2013, Ribe DK – Lidköping S (10:15 – 20:30)

Schon deutlich vor unserem Wecker hat uns das rege Treiben auf dem Stellplatz geweckt. Nach einem schönen Frühstück im Bus klarte dann das Wetter auf und die ersten Sonnenstrahlen schoben den Nebel beiseite. Micha hatte sich in der Nacht etwas ausgedacht, wie man das Loch an der Manschette provisorisch flicken kann und begab sich nach dem Frühstück erst mal unter den Bus. Anschließend ging es los Richtung Schweden. Die erste der beiden Maut pflichtigen Brücken konnten wir als PKW bis 6m überfahren, bei der zweiten Brücke, die dann Dänemark mit Schweden verbindet, wurde genauer nachgemessen und wir zahlten einen stolzen Aufpreis für die paar cm die wir über die 6m kommen. Bereits in Dänemark war der Verkehr ziemlich dick und das Fahren auch auf Grund der hohen Temperaturen ziemlich unangenehm. In Schweden ließ der Verkehr zwar nach, allerdings standen wir dann nochmal richtig ordentlich im Stau, da ein Wohnwagen auf einer ziemlich schmalen Straße liegen geblieben war. Eigentlich planten wir einen freien Stellplatz am Vännern-See anzufahren, allerdings sehnten wir uns dann auf Grund der hohen Temperaturen doch sehr nach einer Dusche und wählten den Campingplatz in Lidköping als Nachtlager. Diesen Platz kannten wir bereits von einem Besuch sechs Jahre zuvor. Damals waren wir allerdings relativ spät im Jahr dort und der Platz war kaum besucht. Diesmal hatten wir das Glück den letzten freien Platz zu ergattern. Dieser war allerdings auch eher eine kleine Lücke in die wir uns hineinquetschen mussten.


23. Juli 2013, Lidköping S – Älvdalen S (11:00 – 18:30)

Nach einer sehr ruhigen und erholsamen Nacht wollten wir eigentlich eine Runde im Vännern See schwimmen. Nachdem wir uns überwinden konnten schnell in den See zu rennen, mussten wir nach einigen Metern feststellen, dass das Wasser extrem flach war. Auch nach ca. 150m reichte das Wasser gerade mal bis zu den Knien. Leicht enttäuscht kehrten wir um und liefen wieder zum Ufer zurück. Aus der morgendlichen Schwimmrunde wurde also nichts. Wir packten anschließend in aller Ruhe unsere Sachen zusammen und verließen bei herrlichem Wetter den mittlerweile nicht mehr ganz so vollen Campingplatz Richtung Norden. Unser erstes Ziel für die Mittagspause erreichten wir nach ca. 150km im Garphyttan-Nationalpark. Leider war das Wetter inzwischen umgeschlagen und wir kamen bei leichtem Nieselregen auf dem wirklich schönen Wanderparkplatz an. Wir kochten uns etwas Leckeres im Bus und konnten dann doch im Freien auf einer der schönen Sitzgruppen unser Essen genießen. Den Aushängen an dem Parkplatz konnten wir entnehmen, dass man in dieser Gegend bestimmt sehr interessante Wandertouren unternehmen kann. Auch für eine Übernachtung hätte sich der Platz gut angeboten. Wir wollten allerdings noch ein ganzes Stückchen weiter Richtung Norden und starteten gegen 14:30 unsere zweite Etappe. Die 300km bis Älvdalen schlängelten sich durch wunderschöne bewaldete Gegenden, vorbei an großen Seen und hohen Bergen. Ziemlich erschöpft erreichten wir den Campingplatz am Ufer des Flusses Österdalälven gegen 18:30. Dort angekommen waren wir zunächst mit der freien Platzwahl etwas überfordert und brauchten etwas bis wir unseren endgültigen Stellplatz gefunden hatten. Nach einem kurzen Abendessen holten wir das erste Mal das Motorrad vom Heckträger. Anschließend unternahmen wir noch einen kleinen Spaziergang an das Flussufer. Dort konnte man einige Angler beobachten, die im knietiefen Wasser auf einen guten Fang warteten.


24. Juli 2013 Älvdalen S

Nach einem schönen Frühstück vor dem Bus brachen wir mit dem Motorrad auf. Zunächst ging es zu der Touristen-Info. Leider konnten wir uns dort nicht wirklich viele Anregungen holen und wurden auch auf Nachfrage nach einer Wanderkarte an eine andere Touristeninformation einige Km entfernt verwiesen. Somit vertrauten wir auf den 20 Jahre alten Reiseführer, den wir uns noch kurz vor Urlaubsbeginn ausgeliehen hatten und begaben uns mit einer eher groben Wegbeschreibung Richtung Navardalen. Wie wir jedoch bald merkten, ist dieser schöne „Ort“ ziemlich gut ausgeschildert. Ca. 20km hinter Älvdalen verließen wir die asphaltierte Straße und düsten noch ca. 10-15 km auf einer nicht wirklich guten Schotterpiste durch wunderschöne Landschaften an einem Fluss entlang zu unserem Ziel. Dieses entpuppte sich als traumhafter Bergsee, umringt von bewaldeten Bergen in absolut abgeschiedener Wildnis. Lediglich ein kleines Café mit Übernachtungsmöglichkeit liegt direkt am Ufer. Dieses suchten wir auf, um uns Tipps für eine Wanderroute zu holen. Das nette Pärchen, das das Café in den Sommermonaten betreibt, erzählte uns einiges über die Tierwelt und die Wandermöglichkeiten bevor wir uns auf eine der Routen begaben. Diese führte uns für ca. 2,5 Stunden auf einem schmalen Pfad durch die dichten Wälder die Berge hinauf. Oben angekommen konnten wir den See zu unseren Füßen durch die Bäume erahnen. Das Adlernest, welches sich hier oben befand, konnten wir zwar nicht sehen, die kleinen Adler aber sehr wohl hören. Der Abstieg ging durch nicht weniger eindrucksvolle Landschaft zurück zum See und war ebenfalls sehr schön. Während der ganzen Wanderung sahen wir keinen einzigen anderen Menschen. Zurück am Café angekommen unterhielten wir uns noch etwas mit der Betreiberin und machten einen Abstecher an die Bootsanlegestelle, wo wir unsere Beine in das eiskalte Wasser (ca. 16 Grad) baumeln ließen. Schließlich machten wir uns mit dem Motorrad wieder auf den Rückweg zum Campingplatz. Dort genossen wir noch etwas das hervorragende Wetter und kochten unser Abendessen im Freien.

25. Juli 2013 Älvdalen S – Nähe Särna S (11:30 – 14:00)

Nach einer wirklich erholsamen und sehr ruhigen Nacht weckte uns die wärmende Sonne schon kurz nach 8 Uhr. Unser Frühstück konnten wir im Freien vor dem Bus genießen. Anschließend machten wir den Bus wieder abreisebereit und verluden das Motorrad auf den Heckträger. Gegen 11:30 brachen wir dann auf. In Älvdalen besuchten wir noch einen Laden mit Handwerkskunst, der sich in der Nähe des Campingplatzes befindet. Dort findet man sehr schöne handgemachte Souvenirs aus der Region. Bevor wir Richtung Särna weiterfuhren, machten wir noch einen Halt an einem Supermarkt, um unsere Vorräte aufzufüllen. Die anschließende Fahrt führte uns durch wunderschöne einsame Gegenden, immer wieder an klaren Seen und Flüssen vorbei, aber nur selten durch eine Ortschaft. Praktisch in der Gegend um Älvdalen sind die sogenannten „Lägerplätze“. Dabei handelt es sich um Stellplätze für Wohnmobile, Wohnwägen und Zelte, die speziell ausgewiesen sind und die neben Feuerstellen und Brennholz auch noch einfache Toiletten bieten. Die Gemeinde stellt diese Plätze zur Verfügung, „um das Campen zu regulieren“. Diese liegen zwar immer in der Nähe der Straße, aber trotzdem komplett in der reinen Natur. Laut Flyer befinden sich bis zu 40 solcher Plätze auf einer Strecke von 200 km durch die Region um Älvdalen-Särna-Idre. Einen solchen Platz fuhren wir ca. 15km hinter Särna an. Nicht sonderlich weit von der Straße entfernt steht man hier direkt am Wasser mit herrlichem Blick auf die umliegenden Wälder und Berge. Für die Nutzung zahlt man pro Tag 60kr (6,40 EURO). Abends machten wir ein kleines Lagerfeuer direkt vor dem Bus. Durch die etwas feuchten Feuerscheide war es nicht ganz leicht, das Feuer am Leben zu halten, aber dann hielt es wunderbar die Mücken fern, die doch schnell auftauchten, sobald der Rauch etwas nachließ.


26. Juli 2013 Nähe Särna S

Der Tag startete mit einen Frühstück bei Sonnenschein vor dem Bus. Es war so warm, dass wir ein Bad im Fluss in Erwägung zogen und in die Badesachen schlüpften. Bis zu den Knien ging es leicht, danach war es schmerzhaft. Das Wasser war so kalt, dass wir einen Beinschlag schwammen und rasch wieder den Fluss verließen. Herrlich klar war das Wasser und es tummelten sich kleine Fische darin. Gegen 12 Uhr starteten wir mit dem Motorrad Richtung Nationalpark Fulufjäll. Hier reizte uns eine Wanderung zu Schwedens höchsten Wasserfall: Njupeskär (93 m Fallhöhe). Wir hielten am Parkplatz eines Restaurants und dem Naturum, einem Informationszentrum über den Park. Von hier aus beginnen mehrere Wanderwege. Ursprünglich entschieden wir uns für einen 5,5 km langen etwas steileren Weg, der oberhalb des Wasserfalls vorbei führt. Da uns ab Beginn der Wanderung bedrohliche Donner und dunkle Wolken immer wieder einholten, beschlossen wir, nur die kleine Runde (ca. 4 km) zu gehen. Auf dem Weg lief man teils auf Holzpanelen, teils auf großzügigen Pfaden und passierte den Fluss Njupan sowie viele schöne Plätze in mitten unberührter Natur. Zurück am Ausgangspunkt besuchten wir noch kurz das Naturum, welches einem liebevoll und mit vielen Details die Umgebung näher bringt. Auf dem Weg zurück zum Bus, machten wir einen kleinen Abstecher nach Särna, wo wir Wasser kauften und die Touristeninfo besuchten. Da diese direkt am hiesigen Campingplatz lag, konnten wir einen Blick darauf erhaschen und waren recht zufrieden mit der Entscheidung, hier nicht zu nächtigen. Am Bus angekommen machten wir wieder Feuerchen und sattelten das Motorrad auf.


27. Juli 2013 Nähe Särna S – Sandviken S (10:10 – 18:30)

Heute wurde es Zeit weiterzuziehen. Unser erstes Ziel ist ein Tipp aus dem Womo-Führer, ein Wanderparkplatz in der Nähe von Östersund. In Sveg hielten wir kurz an, um Wasser zu kaufen, packten noch Bier und Käse dazu und füllten die Tanks unserer Fahrzeuge. Weiter ging es dann auf einer gut ausgebauten Straße, bis uns ein Abzweig Richtung Vale über ca 28 km Schotterstraße führte. Diese Piste war wohl eine der schlechtesten Straßen, die wir in unserer Womo-Karriere befahren hatten. Anschließend fuhren wir wieder auf normaler Straße bis es links ab Richtung Wanderparkplatz Akerviken ging. Hier saß bereits eine Familie beim Picknick. Wir schnappten uns den 2. Tisch und machten erst einmal Brotzeit. Anschließend wanderten wir den mit blauen Punkten markierten Forsaleden-Wanderweg. Dieser Weg führte uns über Holzpanele, Felsen und Waldweg am Fluss entlang, den wir zweimal überquerten und an dem dortigen Wasserfall fleißig fotografierten. Am Himmel wechselte sich blauer Himmel mit dunklen Wolken ab und gelegentlich waren Donner zu hören. Zurück am Bus kühlten wir die dampfenden Füße im Fluss ab und steuerten anschließend unseren nächsten Übernachtungsplatz an. Hierzu wählten wir den Sandvikens Camping, der im Reisehandbuch als schönster Campingplatz bei Östersund beschrieben wurde. Hier lässt sich nur mutmaßen, dass sich in den letzten 20 Jahren doch einiges getan haben muss oder besser gesagt, genau das Gegenteil. Der in dem Reisebuch von 1992 als gepflegt beschriebene Platz scheint in letzter Zeit eher wenig Aufmerksamkeit erfahren zu haben. Um unseren Stellplatz zu erreichen, mussten wir erst nochmal den Platz verlassen und durch den Wald auf die Stellplatzwiese fahren. Der Campingplatz liegt in einem Teil der Gegend von Östersund, der nur über zwei Brücken zu erreichen ist. Die erste führt über den See Strönsjö nach Frösön, die zweite verbindet Frösön mit Sandviken. Wir haben das Wochenende in Östersund erwischt, an dem das jährliche Festival stattfindet. So hallten am Abend immer wieder dumpfe Bässe und Gesang zu uns rüber.

 

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