Schweden / Finnland 2013 fünfte Woche

18. August 2013 Lappeenranta FIN– Riihimäki FIN (11:00 – 15:45)

Da die Franzosen morgens zeitig aufgebrochen sind, konnten wir in aller Ruhe frühstücken und alles zusammenpacken. Heute fuhren wir nach Riihimäki zu Gisa, Lasse und Sophia. Auf der Fahrt dorthin luden wir Vorräte nach und hielten bei einem Bankautomaten. Gisa und Lasse wohnen in einem schönen Holzhaus mit einem Hof, auf den wir unseren Bus für die Nacht stellen konnten. Beim Kaffee trinken (mit leckerem Rhabarberkuchen) erfuhren wir viel über das Leben hier in Finnland. Nachmittags fuhren Micha und Lasse einkaufen, da wir abends grillten. Es gab „typisch finnische“ Würstchen und echte Thüringer Bratwurst. Gegen 22:30 Uhr zogen wir uns zurück in den Bus. Danke Gisa, Lasse und Sophia für den schönen Tag.


19. August 2013 Riihimäki FIN – Turku FIN (10:00 – 20:00)

Als wir aufstanden, prasselte der Regen auf den Bus und der Himmel ließ nichts Gutes ahnen. Da Lasse heute arbeiten und Gisa zu ihrem Finnischkurs musste, hatten wir uns gestern schon verabschiedet und so fuhren wir direkt nach dem Frühstück nach Helsinki. Im Internet hatten wir herausgefunden, dass man am Olympiastation gut parken kann und so steuerten wir dieses an. Dort angekommen regnete es in Strömen, daher beschlossen wir erst mal Brotzeit zu machen. Tatsächlich klarte es auf und die Sonne kam raus. Mit der Straßenbahn (Tagesticket 8 EURO) fuhren wir von dort zur Felsenkirche. Diese Kirche ist direkt in den Fels gehauen und von außen eher unscheinbar. Drinnen hingegen ist sie sehr beeindruckend. Die Wände sind Felsen, das Licht strömt durch die im Kreis eingesetzten Fenster. Danach ging es mit der Straßenbahn weiter zum Dom. Dieser steht weit oberhalb der Straße und ist über eine riesige Treppe zu erreichen. Wir schlenderten zum Hafen und dort über den Markt. Anschließend passierten wir die Uspenski-Kathedrale und liefen am Hafen weiter bis zur Brücke Hakaniemen silta. Auf der anderen Seite der Brücke erreichten wir die Markthallen am Hakaniemi-Platz. Hier gibt es allerlei Lebensmittel und handgemachte Sachen zu kaufen. Von hier fuhren wir zurück ins Zentrum, machten eine Pause im Esplanadenpark und guckten uns zum Abschluss den Springbrunnen Havis Amanda an. Zum Bus zurück ging es wieder mit der Straßenbahn. Am Parkplatz nutzen wir das Stadt-Wlan und fuhren dann weiter nach Turku, da wir von dort morgen mit der Fähre weiter fahren. Wir fanden einen halbwegs passablen Stellplatz am Hafen, für den wir 7 Euro zahlten.


20. August 2013 Turku FIN – Degersand ÅLAND (8:00 – 14:30)

Heute klingelte bereits um 5:00 Uhr der Wecker, da wir mit der Fähre auf die Åland-Inseln fuhren. Einchecken bis spätestens 7:15 Uhr. Da mussten wir wohl durch. Nach einem Frühstück ging es zum Fähranleger. Auf der Fähre schipperten wir ca. 5 Stunden, die wir mit lesen und schlafen verbrachten, nach Mariehamn. Wir hatten uns einen Campingplatz ganz im Westen der Hauptinsel ausgesucht, der ca. 35km vom Fähranleger entfernt ist. Auf schönen Straßen fuhren wir vorbei an kleinen Buchten, vielen Bauernhöfen und Wäldern. Das letzte Stück bis zum Platz ist dann eine Schotterpiste, die allerdings in einem ganz guten Zustand war. Da die Rezeption bereits geschlossen hatte, suchten wir uns direkt einen Platz. Wir konnten eine Chipkarte für die Duschen aus einem Umschlag entnehmen und werden morgen einchecken. Der Campingplatz liegt an einem herrlichen Sandstrand, der beidseitig in eine felsige Schären-Küste übergeht. Von unserem Bus aus hatten wir einen schönen Blick auf das Meer und die Felsen. Wir unternahmen noch eine kleine Wanderung am Meer entlang und verbrachten anschließend ein wenig Zeit mit Lesen im Freien.

 

 

21. August 2013 Degersand ÅLAND

Heute Morgen checkten wir am Campingplatz ein und zahlten für zwei Nächte 30 Euro. Der Wind hat etwas nachgelassen und die Sonne schien. Wir machten alles bereit für eine Inselrundfahrt auf dem Motorrad und cruisten so gegen 12 Uhr los. Der erste Stopp war nach ca. 12 km in Eckerö. Dort betrachteten wir die mittelalterliche Feldsteinkirche. Diese Kirche hat 2 Orgeln und ein großes Wandbild über dem Altar. Nun ging es weiter nach Kastelholm / Sund. Auf dem Weg dorthin hielten wir an einem Café, das auf einem kleinen Hügel lag und einen Aussichtsturm beherbergte. Die Terrasse war naturbelassen auf Felsen. Der Tisch, den wir für unser Picknick wählten, hatte einen wunderschönen Blick auf das Meer und mehrere kleine Inseln. Wir zahlten pro Person 1,50 Euro und bestiegen den Turm. Von dort oben hatte man eine noch tollere Sicht auf das Meer, die gegenüberliegenden Insel und die Brücke, die beide Teile verbindet. Wir kauften endlich Postkarten, allerdings konnten uns der etwas grummelige Herr an der Kasse keine Briefmarken mehr verkaufen. Aber nun weiter nach Sund. Hier steht eine Burganlage, bei der das wenigste noch aus dem ursprünglichen Bauwerk bestand. Die bunte drachenartige, wehende Reklame auf dem Gelände schreckte uns ein wenig ab, so dass wir nur einmal um die Burg schlenderten und uns den Eintritt von 7 Euro sparten. Der Spaziergang um die Burg war so schon recht beeindruckend. Über eine kleine Holzbrücke auf dem anderen Ufer, an dem kleine Boote an Stegen lagen, hatte man den besten Blick auf das Konstrukt. Da wir auf der Fahrt hierher ein Postsymbol gesehen hatten, schauten wir uns hier nach einer Post um, gaben dann aber auf und steuerten die Festung Bomarsund an. Die Festung wurde im Krieg fast komplett zerstört und nie wieder aufgebaut. So stehen vereinzelt Mauerstücke des ehemals gigantischen Baus mitten in Beerensträuchern. Wir gingen den Weg, der den Grundmauern folgte entlang und erhaschten immer wieder einen Blick aufs Meer. Die gesamte Anlage war viel größer geplant, konnte aber, aufgrund des Krieges nicht fertig gebaut werden. So gibt es ca. 1 km vor der Festung einen Punkt, der den höchsten dieser Anlage bildet und auf welchem ein weiteres Gebäude errichtet werden sollte. Der Weg dorthin war nur geschottert und ging teilweise recht steil aufwärts. Von hier hat man einen fantastischen Blick auf die schöne Umgebung. Mit diesem Punkt war unser Sightseeing Programm für diesen Tag beendet und wir machten uns auf die Suche nach einem Badeplatz. Vorher suchten wir allerdings erneut nach einer Post. Den Wegweisern folgend landeten wir am gleichen Ort, wie schon beim ersten Versuch. Diesmal entdeckten wir allerdings auf dem gelben Reklameschild den kleinen Hinweis zur Post. Wir fuhren also in die Richtung und gelangten auf einen Hof. Als wir dort, etwas verwirrt darüber wie es wohl weiter geht, anhielten, fragte uns ein etwas älterer Herr mit Schubkarre, der aussah wie Jean Pütz, ob er uns helfen könne. Auf die Frage nach der Post verwies er uns auf ein Gebäude, das wir sodann betraten. Der Flur war gefüllt mit Nippes wie Türschilder und Keramiktassen. Durch die nächste Tür gegangen, sahen wir uns eine älteren Frau gegenüber, die telefonierte. Der Raum sah aus wie ein privates Wohnzimmer. An den Wänden standen Vitrinen gefüllt mit kleinen Parfümfläschchen. Wir fragten die Dame nach Briefmarken und sie geleitete uns an eine Theke, an der sie uns für einen Aufpreis von 15 Cent „Priority“ – Briefmarken verkaufte. Als wir den Hof gerade verließen, kam Jean Pütz mit der Schubkarre zurück und wünschte uns „a very nice trip on the island“. Wir bedankten uns herzlich und machten uns dann auf die Suche nach einem Badeplatz. Diesen fanden wir bei Bamböle. Hier hatten wir einem Sandstrand fast für uns alleine. Der Platz war sehr schön in einer Bucht gelegen und windstill. Es gab einen Sprungturm und eine kleine Holzinsel. Wir breiten unsere Picknickdecke aus und genossen die Sonne. Mit den Füßen tapsten wir kurz mal durchs Wasser. Als unser Plätzchen nicht mehr in der Sonne lag, machten wir uns auf den Heimweg. Am Bus kochten wir uns was, schrieben die Postkarten und freuten uns darüber, dass wir unseren letzten Urlaubstag draußen vor dem Bus bei Kerzenschein mit Punchrullen ausklingen lassen konnten. Nur den Briefkasten, den es an der Rezeption geben soll, haben wir nicht gefunden.


22. August 2013 Degersand ÅLAND – Nähe Jönköping S (10:00 – 23:00)

Heute sind wir früh aufgestanden, da wir uns für die Heimreise bereit machen mussten. Gegen 13:45 fuhr die Fähre von Mariehamn aus nach Stockholm. Auf dem Weg dorthin wurden wir unsere Postkarten los und gingen ein letztes Mal in Finnland einkaufen. Dank unserer großzügigen Zeitplanung waren wir viel zu früh am Fähranleger und nutzten dort die Zeit, um Mittag essen zu kochen. Anschließend war viel Warten angesagt. Die Wartezeit wurde allerdings dadurch verkürzt, dass hinter uns ein sehr schicker T4 (ebenfalls mit AT-Bereifung und ziemlich hoch) in der Warteschlange stand. Bis zum Ablegen der Fähre blieb noch einige Zeit für eine sehr nette Unterhaltung mit den Besitzern (an dieser Stelle danke für das Foto mit den zwei Bussen). Die Fähre schipperte ca. 6 Stunden auf der Ostsee über die Grenze in eine andere Zeitzone. Nur eine kurze Strecke lang war außer Meer nichts zu sehen. Schnell konnte man wieder kleinere und größere Inseln und auch das Festland sehen, auf welchen teilweise recht prachtvolle Häuser standen. Gegen 18:15 Uhr ging es dann wieder an Land. Wir wurschgelten uns ca. 1 Stunde durch Stockholm bis es dann auf der Autobahn immer Richtung Süden ging. Der von uns im Voraus rausgesuchte Stellplatz in Jönköping stellte sich als unattraktiver Stadtparkplatz heraus, so dass wir wieder auf die Autobahn düsten und verschiedene Rastplätze anfuhren. Unser endgültiges Schlafplätzchen fanden wir gegen 23:00 Uhr, wo wir dann nur noch ins Bett fielen.


 23. August 2013 Nähe Jönköping S – St. Peter Dorf D (8:15 – 16:30)

Nach einer etwas unruhigen Nacht (laut, kalt, gruselig) fuhren wir zeitig vom Rastplatz los Richtung Deutschland. Unseren eigentlichen Plan, das Land getrennt zu verlassen, um an der Brücke nicht die Gebühr für Überlänge entrichten zu müssen, verwarfen wir. Der Bus ist mit dem Motorrad minimal länger als 6 m. Bei der Hinfahrt sind wir hier für ein Überlängenfahrzeug abgerechnet worden, was uns ca. 40 EURO mehr kostete als bei einem Fahrzeug bis zu 6 m. Unterwegs checkten wir die Preise für die Überfahrt mit Motorrad und stellten fest, dass wir bei einem getrennten Fahren ca. 20 -25 Euro sparen könnten. Wir redeten uns ein, dass das Verhältnis Ersparnis zum Aufwand (Parkplatz suchen, Motorrad runter machen, in Motorradkluft schmeißen, getrennt über die Brücke fahren, anschließend wieder zusammen finden, Parkplatz suchen, Motorrad auf den Bus machen, Kluft ausziehen, weiterfahren) nicht passte. Unsre praktizierte Variante, nicht zum Automatikschalter sondern zum manuellen Schalter mit Personal zu steuern, führte uns auch zum Ziel. Wir zahlten den Preis für Fahrzeuge bis zu 6 m und freuten uns beim Überqueren der Brücke über die unglaublich klarer Sicht auf das Meer. Auch bei der 2. Brücke wurden wir für den günstigeren Preis abgerechnet. In Dänemark wurde der Verkehr immer dichter und es war kein schönes Fahren. In Deutschland steuerten wir dann nach Nordfriesland. Bei herrlichem Sonnenschein erreichten wir den Reisemobilhafen in St. Peter Dorf. Hier bezahlten wir 20 EURO für eine Chipkarte, die 3 EURO Pfand und 4 Euro Guthaben für Toilette und Dusche enthielt. Anschließend liefen wir Richtung Meer und am Deich entlang nach St. Peter Bad. Zwischendurch setzen wir uns auf den Deich und tranken das Bier, welches wir von den Åland Inseln noch hatten. Herrlich, der Blick fiel auf die Salzwiesen, den Strand, das weit entfernte Meer und die Pfahlbauten. Dabei wärmte uns die Sonne. In Bad empfang uns der Trubel. Es waren unglaublich viele Menschen unterwegs. Es gibt hier mittlerweile ein Gosch Restaurant und auf dem Hauptplatz plauderte ein Animateur. Wir setzten uns in das Lokal am Eck und aßen Krabbenbrötchen bzw. Krabbenteller. Anschließend schlenderten wir noch ein wenig durch das Ort und gingen dann wieder über den Deich zurück. Auf dem Weg kauften wir uns noch Krabbenbrötchen (wenn man schon mal hier ist,…), die wir dann am Deich verspeisten. Als wir durch St. Peter Dorf liefen, passierten wir den großen Parkplatz an der Touristeninfo. Ich kann mich erinnern, dass hier früher öfter ein Markt stattfand. Hier standen mehrere Wohnmobile und es war kein Campingverbotsschild zu erkennen (was bei anderen Parkplätzen immer sofort sichtbar war). Auch war kein Parkautomat so sehen. Hier hätte man für die Nacht sicherlich auch gut stehen können.


 24. August 2013 St. Peter Dorf D – Heimat D (8:00 – 17:00)

Heute brachen wir frühzeitig auf, um die letzte Etappe dieses Urlaubs hinter uns zu bringen. Nach einem kurzen Stopp an einem Supermarkt, in dem wir noch Proviant für die Fahrt kauften, fuhren wir zügig Richtung Heimat. Zwischen Hamburg und Hannover bremste uns ein Stau aus, so dass wir gegen ca. 17 Uhr ankamen.

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3 Gedanken zu „Schweden / Finnland 2013 fünfte Woche

  1. hallo,

    eine wirklich tolle website haben sie da gestaltet, Glückwunsch! viele anregungen, die spass machen und ideen geben. danke dafür! wir haben zwei kleine kinder und uns vor einer woche einen t4 bj 92 gekauft und wollen es ihnen gleichtun. wir sind schon aufgeregt und freuen uns auf alles, was kommt.

    vg
    mh

  2. sorry, das Beste sind natürlich die Bilder! atemberaubend schöne Aufnahmen. Darf ich noch wissen, mit welcher kamera respektive objektiven sie unterwegs waren?

    vg
    mh

    1. Hallo Marc,

      vielen Dank für den Kommentar. Es freut uns immer wenn wir Anregungen geben können.
      die Bilder sind mit einer Pentax K5IIs (größtenteils mit DA*16-50mm 2.8, teilweise Sigma 105mm 2.8 sowie Pentax 70-320mm) sowie einer Pentax K10d (größtenteils mit Sigma 17-70mm) aufgenommen. Für einzelne Schnappschüsse hatten wir auch noch eine Canon Powershot HS 230 dabei.

      Viele Grüße

      Micha

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