Schottland 2014 – zweite Woche

Sonntag, 31.08.14 Craignure  – Loch na Keal (Isle of Mull)

Heute Morgen schien die Sonne, so dass wir das erste Mal auf dieser Tour draußen frühstücken konnten. Wir starteten so motiviert die Rundtour um die Insel, dass wir glatt am ersten Ziel vorbei rauschten. So blieb uns der Blick auf das Duart Castle verwehrt. Die Insel besteht zum größten Teil aus Single Track Roads mit Ausweichbuchten. Parkplätze, an welchen man anhalten oder wenden kann, gibt es nur sehr wenige und wenn es mal einen gibt, ist er meist mit einem Höhenbalken beschränkt, so dass er für uns unbrauchbar ist. Die Strecke, die wir nun entlang fuhren, war spektakulär. Immer wieder säumten Steinmauern oder -brücken den Weg und Wasserfälle flossen die grünen Berge hinab. Wir machten Halt am Womo-Badeplatz Ardalanish Bay und liefen den kurzen Weg zum Strand. Hier erwartete uns ein wunderschöner Sandstrand mit türkisblauem Wasser. Schnell sind die Socken und Schuhe ausgezogen und die Füße im eiskalten Meer erfrischt (nicht, dass das nötig gewesen wäre,..). Der Weg zur Weaver Mill ist ein Organic Trail (Farm Rundweg) , der uns, begleitet von blökenden Schafen, zu einem Hof führte, auf dem wir freundlich von Hund und Mensch begrüßt wurden. Hier gab es einen Welcome Room, wo wir uns Kaffee und Tee gegen eine kleine Spende nehmen konnten. Im Nachbarraum gab es u.a. selbsthergestellte Strickpullis und gewebte Schals. Außerdem wurde uns eine Führung durch die Weberei angeboten, die wir irgendwie am Ende vergessen hatten. Wir graulten den Hund, tranken Kaffee und Tee und kauften Lammpattys fürs Abendessen. Danach fuhren wir ans Ende der Insel nach Fionnphort. Von dort konnte man rüber zur Insel Iona schauen. Wir picknickten am Strand und fuhren anschließend zu unserem Übernachtungsplatz. Auf dieser Strecke begegneten uns nicht nur Schafe sondern auch Kühe, Rebhühner und sogar ein schwarzes Schwein entdeckten wir am Straßenrand. Die Straßen wurden gefühlt immer abenteuerlicher. Immer wieder landeten wir in einer der Ausweichbuchten und grüßende Menschen fuhren an uns vorbei. Teilweise ging es an den Seiten steil bergab. Die Single Track Roads haben den Vorteil, dass sie sehr dezent sind. Sie fügen sich gut in das Bild der unberührten Natur und verstecken sich oft hinter Hecken und Büschen, so dass der Weg auf dem Foto nicht stört, sondern es eher spannender macht. Der Nachteil ist: Es ist eine Herausforderung für den Magen. Das ständige Bergauf und Bergab, das Ausweichen der Schlaglöcher und das starke Abbremsen, wenn Gegenverkehr im Anmarsch ist, lässt den Bus in ein Schiff bei starkem Seegang mutieren. Da kommt es schon mal vor, dass sich zwischen die vielen „Ah’s“ und „Oh‘s“, die diese abenteuerliche Reise begleiten, ein „Uarg“ mogelt. Das Lichtspiel der Sonne mit den Wolken ließ die Berge leuchten. Am Loch na Keal suchten wir uns einen Übernachtungsplatz auf einer ziemlich ebenen Wiese, auf der bereits ein Wohnmobil stand. Als wir gerade geparkt hatten wurde es immer dunkler und es begann zu regnen. Die Schafe flüchteten in den schützenden Farn und die Welt um uns herum verschwand in Wolken. Den Rest des Tages verbrachten wir in unserem vom Wind geschaukelten Bus.

 

Montag, 01.09.14 Loch na Keal- Calgary Bay (Isle of Mull)

Heute Morgen waren die Berge zwar wieder zu sehen, aber die Wolken trotzdem nicht weg. Den ersten Halt machten wir am Loch Ba. Hier gibt es einen größeren Parkplatz mit einem Hinweisschild, was auf dieser Strecke zu erreichen ist. Den See erreichten wir nach ca. 1 km. Eigentlich der perfekte Platz, um das Boot aufzubauen,…wenn der Weg nicht so lang wäre. Als wir an dem See entlang liefen, fiel uns ein Helikopter auf, der immer wieder hin und her flog und eine Tonne mit sich trug. Diese wurde, wie wir etwas später sehen konnten, am Rande des Lochs von 4 Arbeitern, die im Wasser an mehreren Becken tätig waren, an den Helikopter gehängt. Die Tonnen wurden von einem schmalen und einem etwas breiteren Schlauch befüllt. Neben wilden Geschichten, wie Goldtransport und Schmuggel vermuteten wir, dass diese Arbeit, die wir beobachteten zur Fischzucht gehörte. Auf dem Rückweg machten wir eine Rast an einem kleinen Kiesstrand. Als wir von dort aus zurück zum Weg wollten, sahen wir uns einer Herde Kühe gegenüber. Wir standen uns eine Weile, wie in einem Western gegenüber, böse Blicke zuwerfend, warten, bis der erste den Colt zieht. Die bedrohliche Stille wurde von meinem Schreckensschrei unterbrochen, als ich neben meinen Füßen einen Tierkadaver (ein Schaf?!) entdeckte. Als ich mich von dem Anblick erholt hatte, waren sämtliche Kühe um uns rum verschwunden. Das sollte es aber noch nicht gewesen sein. Wenig später hörten wir Hufgeklapper hinter uns. Eine Herde Schafe kam im Galopp auf uns zu gerannt. Dahinter ein junger Mann auf einem Quad. Neben uns tauchte ein Hund auf, der sich auf die Pirsch legte. Wir ließen die Schafe vorbei, die mittlerweile in einen leichten Trab verfallen waren und beobachteten die Schäferarbeit. Immer wieder musste der Hund ausgebüchste Schäfchen einfangen, teilweise fuhr er aber auch auf dem Quad mit. Insgesamt waren 3 Quads, 3 Männer und 6 Hunde an dem Eintreiben der Herden beteiligt. Ein Schaf, das sich weigerte zum Hof zu laufen, wurde kurzerhand an den Hörnern gepackt, quer über das Quad gelegt und so nach Hause transportiert. Wir danken den Schafshirten für diesen wunderbaren Einblick in das Farmerleben. Am Bus zurück ging es nun zum Eas Fors, einem Wasserfall. Über einen Trampelpfad liefen wir an der Seite des Flusses entlang, bis an einem Abhang, bei dem es ca. 40 m nach unten ging, Schluss war. So konnten wir nicht runter zum Strand. Trotzdem hat uns der Platz an dem rauschenden Gewässer sehr gut gefallen. Unseren Übernachtungsplatz bezogen wir gegen 15:30. Der Womo-Badeplatz Calgary Bay ist ein Platz wie er uns gefällt. Mit einem Bach als einzige Hürde ist der Strand in greifbarer Nähe. Man muss nur mutig eine bereits gelegte Steinbrücke überwinden und schon versinken die Schuhe im weißen Sandstrand. Außerdem gibt es hier Picknickbänke und Feuerstellen. Sogar eine Toilette ist vorhanden. Ich ließ mich auf einer der Picknickbänke nieder und beobachte die Schafe, wie sie die Herausforderung des Bachs meisterten. Manche staksten einfach durch, manche sprangen sportlich über den Graben. Nass wurden sie sicher bei beiden Varianten gleichermaßen und erfreuten mein Gemüt. Micha sammelte währenddessen Feuerholz. Da das Holz etwas nass war, dauert es ein bisschen, bis wir ein knisterten Feuer entfacht hatten. Immer wieder warfen wir kleine Äste in die Glut und hielten es am Leben und so genossen wir schottisches Bier in der schottischen Wildnis mit Blick auf das Meer und blökenden Schafen um uns herum.

 

Dienstag, 02.09.14 Calgary Bay- Calgary Bay (Isle of Mull)

Heute besuchten wir Tobermory, die Hauptstadt der Insel. Zunächst buchten wir im Visitor Centre eine Whale watching Tour für morgen (100 GBP). Danach schlenderten wir die Main street entlang und bummelten durch die kleinen individuell gestalteten Lädchen. Hier kann man selbstgemachte Schokolade, Seife, Töpferware, Schmuck und einiges mehr kaufen. Um 12 Uhr fanden wir uns in der hiesigen Destilliere ein. Dort wurden aufgrund von Umbauarbeiten keine Führungen durch die Brennerei angeboten. Dafür hielt ein Mitarbeiter einen interessanten Vortrag über die Herstellung des Whiskys mit anschließender Kostprobe. Hier werden zwei Sorten Whisky hergestellt. Der 10 jährige untorfige Tobermory  und der 10 jährige getorfte Ledaig. Anhand von Körnern verdeutlichte er uns den Unterschied, in dem wir mal an ungeräucherten und den geräucherten Körnern schnuppern durften. Für die Herstellung der Whiskys wird das Wasser aus einem naheliegenden Loch verwendet. Der beste Whisky aber, den sie hier  laut dem Whisky-Spezialisten hatten, ist der Tobermory, 15 Jahre alt, gelagert in Cherry Fässern. Dieser kostet 80 GBP die Flasche und ist bei der Verkostung leider nicht vorgesehen. Als wir dann selbst probieren durften, schwenkten wir unsere Gläser und hatten beide gleich denselben Favoriten. Der rauchige Ledaig. Doch hatte uns der Vortragende neugierig auf den teuren Tobermory gemacht. Auf ein charmantes Nachfragen von Micha packte er tatsächlich noch einen Schluck des angepriesenen Stoffes aus. Im Shop versorgten wir uns noch mit Whisky und diversen Utensilien. Erster Besuch einer Whiskybrennerei erfolgreich überstanden, würde ich sagen.  Anschließend gingen wir zum Pier und ließen uns die ersten Fish & Chips dieser Reise schmecken. Auf der Herfahrt sind wir an ein paar Lochs vorbei gekommen, bei denen wir nun schauen wollten, ob hier die Möglichkeit besteht, unser Boot mal aufzubauen. Am ersten Loch entdeckten wir ein Verbotsschild für private Boote. Am Loch Frisa hatten wir große Hoffnungen, da das Reisehandbuch hier das Bootfahren empfiehlt. Vom Parkplatz aus liefen wir ein Stück, bis wir den See erreichten. Hier fanden wir aber keinen Abstieg zum Wasser. Nächstes Loch war Loch Torr. Auch hier hatten wir keinen Erfolg, dafür sammelten wir ein bisschen Holz für ein Feuerchen heute Abend. Wenig später kamen wir wieder auf unserem gestrigen Übernachtungsplatz an der Calgary Bay an und verfeuerten gleich das Holz.

 

Mittwoch, 03.09.14 Calgary Bay (Isle of Mull) – Strontian

Heute standen wir früh auf, da die Whale watching Tour anstand. Um 11:30 bestiegen wir neben ca. 10 anderen Passagieren den kleinen Kahn. In gemächlichem Tempo tuckerten wir zunächst an der Küste entlang zu Klippen, an denen Seeadler zu sehen sein sollten. Tatsächlich flog hier einer über den Wald, zeigte uns seine großen Flügel und verschwand hinter den Bäumen. Nun nahm das Boot langsam Tempo auf. Die Wellen wurden wilder und das Boot schwankte von links nach rechts, von vorne nach hinten. Hier und da sahen wir Vögel, die wir so nicht kannten (einige sahen fast aus wie fliegende Minipinguine z. B.  🙂 ). Auf dem offenen Meer angekommen, stoppte das Boot und wir hielten Ausschau nach Rückenflossen von Walen, Haien und Delphinen. Der Reiz dieser Tour ist, dass man diese Tierchen in ihrem echten Lebensraum sehen kann. Keiner bringt sie mit Futterreizen dazu, sich uns zu zeigen, Kunststückchen vorzuführen oder an Glasscheiben vorbei zu schwimmen. Also ist Geduld angesagt. Dennoch schaute ich etwas unglücklich auf das Meer, da für mich einfach jede Welle wie eine Walflosse aussah,…Doch tatsächlich erhaschte auch ich einen Blick auf eine Rückenflosse eines Wales, die im nächsten Moment auch schon wieder verschwunden war. Lange Minuten ohne ein „Da!“ vergingen, bis wir weiter tuckerten. Wenig später wurde der Kahn aber wieder langsamer. Ein Seehund streckte seinen Kopf aus dem Meer. Anschließend kamen wir an Klippen vorbei, auf denen sich braune, schwarze und graue Robben aalten. An den Küsten schaute immer wieder ein Kopf heraus. Sehr beeindruckend. Auf dem Rückweg gab es noch einmal ein „Da!“ von Guide Tom. Er hatte Delphine entdeckt. Juhu, auch ich hatte zwei Rückenflossen gesehen. Um diese Tour nun perfekt zu machen, nutzte die Sonne die kleinen Lücken, die die Wolken ihr ließen, um die Küste anzustrahlen. Das Castle auf den braun-grünen Felsen erschien in unwirklichen, fast märchenhaften Farben, wie man es sonst nur aus Fantasy-Filmen wie Herr der Ringe oder Harry Potter kennt. Zum Schluss wurde es nochmal spannend als Bootsführer Paul über das Heck schaute und mit einem „Jesus Christ“ wieder verschwand. Anschließend lag er bäuchlings auf dem Bootsboden und versucht mit einem Haken sein Boot von der Boie zu befreien, die sich in der Schiffschraube verheddert hatte. Nach einer Weile waren Boie und Boot getrennt und die Fahrt konnte weiter gehen. Kurz vorm Anlegen wurde dann noch das verhedderte Seil aus der Schiffschraube entfernt, bevor wir sicher am Hafen ankamen. Ein bisschen kaputt, aber zufrieden verließen wir den kleinen Kahn. Bevor es weiter ging, erfreuten wir uns nochmals an der bunten Häuserreihe der Hafenstraße und fuhren dann zur Fähre, die uns zurück zum Festland brachte. Auf der Fähre konnten wir im Auto bleiben und kamen nach ca. 15 Minuten in Lochaline an. Auch hier begrüßten uns direkt Single Track roads. Die Landschaft war wunderschön. Schafe grasten, die Sonne schien, die Berge zeigten sich von ihrer besten Seite. Bald erreichten wir das Loch Sunart, unser Ziel für diese Nacht. Es ist ein ziemlich großer See und eine Bootstour wäre sehr reizvoll. Am Campingplatz in Strontian aber wieder die Ernüchterung. Der Platz ist nicht am See und der Teil des Sees, der am Ort liegt, hatte zu wenig Wasser. Also wieder kein Glück. Wir checkten für eine Nacht ein (16,50 GBP).

 

Donnerstag, 04.09.14 Strontian – Kinloch Forest (Skye)

Heute ging es los in Richtung Glennfinnan Viadukt. Entlang an schönen Seen fuhren wir zunächst östlich bis kurz vor Fort Williams. In Höhe von Fort Williams ging es dann weiter am Loch Eil entlang, bis wir schließlich nach einigen km das Visitor Center des Glennfinnan Monuments erreichten. Dort parkten wir und machten einen kurzen Rundgang durch den Shop des Centers. Neben den üblichen Touri-Andenken gab es auch allerhand Harry-Potter-Souvenirs. Auch wir sind ja schließlich auf Grund des in den Filmen vorkommenden Eisenbahn Viadukts hier her gefahren. Wir packten ein paar Snacks in den Rucksack und machten uns auf den Weg zu dem Viewpoint mit der besten Sicht über das Viadukt. Zunächst nahmen wir die falsche Abzweigung und wurden von zwei netten Engländern zurück auf den richtigen Weg geführt. Nach nicht einmal 30 Minuten kamen wir an dem Aussichtspunkt an. Um die beste Sicht zu haben, kann man, oben angekommen, noch über den Zaun klettern (Holzleiter am Zaun angebracht). Von hier hat man eine überwältigende Sicht auf das Bauwerk. Nun hieß es Abwarten. In der Zwischenzeit füllten sich die Aussichtsplätze mit vielen Schaulustigen. Mit ein paar Minuten Verspätung kam schließlich der „Hogwarts Express“ über die Brücke gefahren. Leider fuhr die Lokomotive „falschherum“. Dadurch sah das Ganze wenig „magisch“ aus. Nach dem der Zug wieder verschwunden war, stiegen wir wieder den Berg hinab Richtung Auto. Wir entschlossen uns noch den Weg bis nach Skye in Angriff zu nehmen. Unterwegs kamen wir an einigen wirklich schönen Parkplätzen direkt am Caledonian Kanal bzw. den damit verbundenen Lochs vorbei. Leider mag man hier keine Wohnmobile und macht deshalb entsprechende Begrenzungsbalken an die Einfahrten. Wirklich ärgerlich, da wir doch so gerne mal das Boot rausholen möchten. Kurz vor der Brücke nach Skye machten wir noch einen Schlenker auf den Parkplatz des Eilean Donan Castles. Durch das abendliche Licht zeigte es sich von einer schönen mystischen Seite. Eigentlich wollten wir nun einen Campingplatz ansteuern, entschieden uns dann aber doch dagegen, stoppten kurz bei einem Supermarkt und fuhren dann über die eindrucksvolle Brücke auf die Insel. Dort ging es direkt zum heutigen Übernachtungsplatz dem Stellplatz Kinloch Forest.

 

Freitag, 05.09.14  Kinloch Forest – Sligachan (Skye)

Nach einer regnerischen Nacht begrüßte uns ein sonniger Morgen. Das  Wetter verführte uns den Wanderweg, der vom Parkplatz aus losgeht, zu laufen. Der Weg ging durch den Wald, den Berg hoch, dem Meer entlang. Immer wieder begeisterte uns der Anblick der Küste, des Meeres und der gegenüberliegenden Berge, prächtig angestrahlt von der bedingungslos scheinenden Sonne. Uns wurde richtig warm. Ziel der Wanderung war ein ehemaliges Steindorf, das hier auf dem Berg angesiedelt war. Bis vor ca. 150 Jahren lebte hier oben ein Clan. Nun sind nur noch die Grundmauern erhalten. Nach dieser schönen Wanderung fuhren wir den nächsten Campingplatz an. Hier auf Skye sind die Straßen besser ausgebaut als auf Mull und man kommt schneller voran. Die Landschaft, die wir durchfuhren, ließ uns immer wieder staunen. Hohe Berge, deren Gipfel gelegentlich in den Wolken verschwanden, dominierten hier das Bild. Die Cuillin Hills sind wohl das Highlight dieser Region. So suchten wir uns auch ein Plätzchen auf dem simplen Campingplatz (Sligachan Camping) mit Blick auf das Massiv. Nachmittags düsten wir mit dem Motorrad nach Portree. Hier gab es einen niedlichen Hafen mit einer bunten Häuserfront. Nach einem kleinen Schaufensterbummel machten wir uns wieder auf den Rückweg. Mittlerweile war eine Menge los auf dem Campingplatz. Es hatten sich hauptsächlich Zelter niedergelassen. Davon sind manche mit Pudelmützen, manche mit Mückenhüten bekleidet. Andere stellten sich gänzlich unbewaffnet dem beißenden Feind. In  einem Bereich mit Stromversorgung standen ein paar wenige Wohnmobile.

 

Samstag, 06.09.14  Sligachan (Skye)

In einem der Reiseführer habe ich gelesen, dass es auf Skye möglich ist, alle 4 Jahreszeiten an einem Tag zu erleben. Genauso war es heute (…naja, fast). Hat man zur rechten Seite aus dem Bus geschaut, sah man blauen Himmel und Schäfchenwolken, links ging die Welt unter: dunkle Wolken, die Berge waren verschwunden, Regen. Das machte es uns schwer, unsere Tour zu starten. Geplant war, mit dem Motorrad nach Elgol zu fahren. Sollten aber die Regenschauer, wie morgens, immer wieder unerwartet auftauchen, ist das etwas ungünstig. Nach viel Hin und Her und einem faulen Vormittag packten wir den Bus zusammen und fuhren mit ihm los. In Broadford kauften wir Lebensmittel ein. Als wir aus dem Laden kamen und uns ein Regenschauer überraschte, wussten wir, dass wir richtig entschieden hatten. Von nun an ging es mal wieder auf Single Track Roads weiter. Die Strecke ist allerdings auf Grund des vielen Verkehrs anstrengender als die bisher gefahrenen. Je näher wir Elgol kamen, desto spannender weil steiler wurde die Straße. Am Ziel angekommen fuhren wir einen extrem steilen Berg hinab zum Hafen. Da uns die Strecke aber nicht geheuer war, fuhren wir direkt wieder hoch auf einen Parkplatz (es könnte ja anfangen zu regnen,…). Wir liefen den Weg wieder hinab und an den Steinstrand. Hier bewunderten wir den Lochfelsen und klettern über die Felsen. Für diesen Spaziergang erwischten wir einen sonnigen Abschnitt, so dass wir einen schönen Blick auf das Meer und die Cuillin Hills hatten. Zurück im Auto stand uns nun der nächste Anstieg bevor. „Ach, mit viel Schwung funktioniert das schon“,…würde es funktionieren. Auf halber Höhe stand ein kleines rotes Auto mitten auf dem Weg, was uns zum Anhalten zwang. Direkt wieder Anfahren klappte nicht, da nur die Kupplung rutschte und stank. Wir rollten den Berg rückwärts hinab und starteten einen zweiten Anlauf. Und was soll ich sagen: Es stimmt. Mit Schwung hat es funktioniert. Hin und wieder sahen wir an diesem Tag Regenbogen, die im blauen Himmel und den Schäfchenwolken verschwanden. Am Campingplatz war es wie gestern wieder etwas unschön draußen aufgrund der Midges. Diese schwirrten einem dauernd um den Kopf und bissen in die Ohren, Hände, Knöchel und was sonst noch so zu erreichen ist. Diese Tierchen kamen ins Auto auch bei geschlossenen Fenstern, seltsam. Wir trauten uns kaum, zu lüften,…

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