Schottland 2014 – dritte Woche

Sonntag, 07.09.14  Sligachan –  Dunvegan(Skye)

Bei 13°C Außentemperatur war der Herbst auf Skye angekommen. Dafür war es heute konstant trocken. Wir verließen Sligachan in Richtung Carbost. Dort war unser Ziel die Talisker Distillery. Wir kamen direkt bei der 1. Führung um 11 Uhr mit, auf der uns Annie von der Herstellung des hier entstehenden Whiskys erzählte und uns am Schluss noch einen Schluck des 10 jährigen Taliskers kosten ließ. Micha hatte es sich nicht nehmen lassen, eine Flasche Talisker Storm (37 GBP) zukaufen. Hat man die Tour mit gemacht, erhält man 3 GBP Rabatt. Anschließend ging es für uns weiter nach Dunvegan, wo wir auf dem hiesigen Campingplatz für 2 Nächte eincheckten (32 GBP für 2 Nächte). Wir fanden einen schönen Platz mit Blick auf die Bucht. Nachmittags sattelten wir das Motorrad und machten uns auf zum Neist Point, einem Leuchtturm am Rande eines Inselarms, der auf den Klippen steht. Es machte schon mehr Spaß mit dem Motorrad die Single Track Roads zu fahren als mit dem Bus. Man ist viel wendiger, kommt gelassener an dem doch häufigen Gegenverkehr vorbei und kann die Kühe, die am Straßenrand grasten, beim Vorbeifahren fast streicheln. Bei den teilweisen recht steilen Strecken ist man zusätzlich froh, den Bus nicht wieder so zu quälen, wie gestern. Am Ziel angekommen, war der Parkplatz ziemlich zu gestellt (ein weiterer Moment, an dem wir uns über das Motorrad freuen,…). Ein kleiner Fußweg führte uns mit mehrmaligem Hoch und Runter zum Ende der Klippen, an dem der Leuchtturm in den Himmel ragte. Aber schon die Strecke dorthin konnte sich sehen lassen: steile Klippen, einen Steinstrand, das Meer und das alles umringt von einem saftigen Grün, auf dem die Schafe weideten. Von Nahem sah der Leuchtturm etwas runtergekommen aus. Bei den anliegenden Gebäuden waren teilweise die Scheiben kaputt und die Farbe bröckelte ab. Am Eingang hing ein Schild: Eintritt verboten- Privatgrundstück.  Auf der Suche, nach dem perfekten Blick für ein Foto kletterten wir ein wenig über die Felsen und bekamen für den Schuss noch eine schöne Beleuchtung von der Sonne geschenkt. Auf dem Rückweg stiegen wir nochmal den Felsen gegenüber dem Leuchtturm hinauf. Wir entdeckten am Rande des Felsen ein windgeschütztes Fleckchen mit Blick auf den von der Sonne beschienenen Leuchtturm. Am Bus angekommen stand nun unser privates Whiskytasting an. Die Gläser wurden poliert, die Kanne geputzt und der neu erworbene Talisker Storm erst im Glas geschwenkt, anschließend einen Moment im Mund behalten und dann einfach genossen, mmmhhh…lecker. Fazit: hat sich gelohnt.

 

Montag, 08.09.14  Dunvegan(Skye)

An diesem Morgen war es tatsächlich mal wieder möglich im Freien zu frühstücken. Die Sonne strahlte vom Himmel, nur die Temperaturen waren ein klein wenig niedrig (ca. 12°C). Dennoch genossen wir die tolle Aussicht auf das Meer während unseres ausgiebigen Frühstücks. Anschließend packten wir Proviant ein und fuhren mit dem Motorrad los. Zunächst suchten wir vergeblich nach einem Geldautomaten in Dunvegan, der auch deutsche Karten akzeptiert. Es ist wohl tatsächlich so, dass es keinen solchen Automaten dort gibt und man für das Abheben bis nach Portree fahren muss. Nun ging es weiter zum Coral Beach. Dafür muss man eine ca. 10km lange single track road durch wunderschöne Landschaft fahren und erreicht schließlich einen kleinen Parkplatz. Dieser war hoffnungslos überfüllt, aber mit dem Motorrad findet man zum Glück immer noch eine kleine Lücke. Von hier aus ging es zu Fuß ca. 2km am Meer entlang, bis wir an dem weißen Strand ankamen. Das Besondere ist, dass es sich nicht um weißen Sand, sondern um Muschelsplitter und Korallenstückchen handelt. Da Ebbe war, konnten wir auch noch auf eine vorgelagerte Insel laufen. Allerdings liegen hier bei Ebbe viele Quallen und andere Tiere sowie Seegras auf dem Strand herum, was die Südsee-Stimmung etwas einschränkte. Der Rückweg erfolgte auf gleicher Route und kurz bevor wir Dunvegan wieder erreichten, hatte man noch einmal einen schönen Blick auf das gut versteckte Dunvegan-Castle. In Dunvegan bogen wir Richtung Osten ab und setzten unsere Tour nach Trumpan fort. Auch diese Strecke begeisterte wieder durch malerische Landschaften. In Trumpan gibt es einen kleinen Parkplatz an einer verfallenen Kirche inklusive kleinem Friedhof. Außerdem ist hier eine schöne Picknickstelle mit Ausblick auf die Steilküste. Nun ging es zurück zum Campingplatz. Dort angekommen parkten wir das Motorrad und spazierten nochmals in den Ort, um in der kleinen Bäckerei Fish & Chips zu essen. Diese waren äußerst lecker und die bisher besten unserer Reise. Abends nutzten wir die Chance auf dem Campingplatz Wäsche zu waschen sowie das viel zu teure WiFi (4.99GBP/Tag) für E-Mails und Fährbuchungen zu verwenden.

 

Dienstag, 09.09.14  Dunvegan(Skye) – Horgabost (Harris)

Gegen halb elf starteten wir unsere Weiterfahrt Richtung Portree. Dort steuerten wir als erstes eine Bank mit Geldautomaten an, um unsere Bargeldbestände wieder aufzufüllen. Anschließend ging es für einen Großeinkauf in den örtlichen Supermarkt. Von Portree brachen wir Richtung Uig auf. Der kleine Ort beherbergt den Fährhafen für die Verbindung auf die äußeren Hebriden. Da unsere Fähre aber erst um 18:00 ablegen sollte, machten wir noch einen Abstecher in das Ferry Glenn (bzw. Glenn Uig). Dieses Tal besticht durch seine kuriose Hügellandschaft sowie die vielen Wasserfälle. Der single track schlängelt sich durch die kegelförmigen Berge bis er schließlich an einem Bauernhof endet. Dort parkten wir und machten eine kleine Wanderung durch das Tal. Es machte viel Spaß die Hügel zu umkreisen, Wege zu suchen, sich durch den Farn zu schlagen und die Aussicht auf die Natur zu bestaunen. Als Abschluss bestiegen wir noch einen großen Felsen, der mitten in dieser Landschaft thront. Das war wahrlich nichts für Leute mit Höhenangst. Um die Spitze zu erreichen, muss man über einen Grat laufen, der ca. 80cm breit ist und rechts wie links geht es viele Meter ziemlich senkrecht in die Tiefe. Das Glen war gut besucht. Obwohl es eigentlich nicht ausgeschildert ist, von Uig aus nicht zu erahnen, trafen wir viele Menschen auf der Tour. Etwas zu früh brachen wir Richtung Fährhafen auf, wo wir uns in die schon wartenden Fahrzeugreihen einsortierten und im Brewery Shop hiesiges Bier kauften. Pünktlich um 18:00 legten wir ab Richtung Tarbert. Kurz vor Ankunft genossen wir auf dem Außendeck den herrlichen Ausblick auf die Äußeren Hebriden. Wirklich toll! Der im Womo-Führer beschriebene Stellplatz direkt am Hafen in Tarbert existierte leider nicht mehr. Das Gelände wurde mit mehreren Häusern bebaut. Aus diesem Grund entschieden wir uns weiter Richtung Süden zu fahren und den Campingplatz in Horgabost anzusteuern. Durch kahle Landschaften mit großen Felsbrocken und vielen Seen ging es bis zu unserem Nachtlager. Dieses liegt an einem weißen Sandstrand. An einem Briefkasten waren 14 GBP zu löhnen, dann konnten wir auf dem weitläufigen dünenartigen Gelände einen Platz mit Blick auf die Bucht suchen. Trotz der späten Ankunftszeit am Platz und der bereits eingesetzten Dämmerung glitzerte das Wasser in der Bucht türkisgrün. So etwas vermutet man eher in der Südsee, als mitten im Nordatlantik.

 

Mittwoch, 10.09.14  Horgabost (Harris) – Bhaltos (Lewis)

Unser Tag startete mit einem schönen Spaziergang am türkisfarbenen Strand bei Sonnenschein und blauem Himmel. Das Wasser umfloss eiskalt die nackten Füße. Die Sonne wärmte das Gesicht. Anschließend starteten wir die Rundfahrt um South Harris. Nach ca. 5 Minuten machten wir Halt an einer Felsenbucht. Hier brachen sich mit immenser Wucht die Wellen und ließen die Fontänen meterhoch spritzen. Wir kletterten über die Felsen, um den besten Blick auf das Spektakel zu erhaschen. Immer wieder preschte das Wasser gegen die Felsen, aufregend. In Rodel hielten wir an der Kirche St. Clements. Bei einem Rundgang um die Kirche liefen wir an Grabsteinen vorbei die teilweise bis ins 18 Jahrhundert zurück reichten, aber auch an Verstorbene aus dem Jahre 2000 wird hier erinnert. Die Landschaft ist sehr beeindruckend: Hohe Berge, kahle Gipfel, lila Heidekraut und wie immer die bunt besprühten Schafe. Auf einem Abstecher, einen Fußweg entlang, entdeckten wir wohl den Schrottplatz der Insel. An jeder Ecke stand ein Autowrack, rostige Kübel und Tonnen lagen herum. Auf der anderen Seite kamen wir an mehreren Baustellen vorbei, an denen die Fahrbahn verbreitert wurde. Generell sind die Straßen hier teilweise zweispurig gut ausgebaut. Auf dieser Strecke hatten wir nicht so viel Gegenverkehr. Eigentlich kamen uns nur ein paar wenige LKW’s entgegen. Die waren dafür umso größer und das Passieren war spannend. Kurz vor Finsbay fanden wir einen offiziellen Picknickplatz mit Bänken und Tischen. Hier ließen wir uns zum Essen nieder mit einem Blick auf eine gewaltige Berglandschaft, um uns rum schmatzten die Schafe. Wir freuten uns über das wunderschöne Wetter, mittlerweile zeigte das Thermometer 18 °C an.  Danach machten wir einen kleinen Abstecher zum Loch Langervat. Auf dieser Strecke gab es immer wieder kleinere und größere Seen, die zum Teil durch Bäche miteinander verbunden waren. Den nächsten Halt machten wir bei Geocrab, an einem Café mit einer Ausstellung mit Ölgemälden. In Grosebay schauten wir uns einen Tweed-Laden an. Interessant, aber dennoch nicht wirklich was für uns. Nach ein paar weiteren Kilometern verließen wir South Harris und steuerten im Norden Harris’s ein paar Stellplätze an, die uns durchweg für eine Übernachtung nicht geeignet erschienen. Also wechselten wir auf die Westseite der Insel und erreichten Lewis. Hier fanden wir auf einem Picknickplatz eine schöne Stelle für die Nacht mit Blick auf eine Bucht.

 

Donnerstag, 11.09.14 Bhaltos – Dail Mór (Lewis)

Heute war unser Beachtag. Nach dem Frühstück machten wir einen kleinen Spaziergang am Strand von Bhaltos, der uns die letzte Nacht als Kulisse diente. Nach ca. einer halben Stunde Fahrt erreichten wir den zweiten Strand den Ardoil Beach. Hier ist ein Campingplatz ähnlich angelegtes Areal mit Duschen und WC. Ganz durchsichtig war es für uns nicht, ob man hier was für die Übernachtung zahlen musste oder nicht. Wir parkten an einem Seitenparkplatz und schlugen uns über die Dünen. Da gerade Ebbe war, liefen wir ziemlich weit über den Sand, bis wir ans Meer kamen. Der Himmel war blau, die Sonne schien und die Temperatur stieg bis auf 19°C.  Als nächstes steuerten wir die einzige (legale – ich frag mich, warum dass immer so hervorgehoben wird) Destillerie Abhainn Dearg an. Nachdem wir zunächst vorbeigefahren sind, fanden wir doch das eher unauffällige Gelände, das mit einem braunen Holzschild auf sich aufmerksam machte. Die Führung begann auch direkt mit 4 weiteren Interessierten durch die kleine Brennerei. Wir wurden in das Herstellungsgebäude geführt, dass aus einem mittelgroßen Raum bestand, in dem Wasser auf dem Boden stand und neben zwei  Stills auch mehrere Holzfässer für die weiteren Arbeitsschritte beherbergte. Das Wasser wird hier direkt aus dem benachbarten Bach gezapft. Wir durften den 3 jährigen single malt Whisky probieren, anschließend den 1 jährigen Spirit, der in Sherry Fässern gelagert wird. Dass dies hier eine eher unkonventionelle Veranstaltung war, merkten wir spätestens daran, als das edle Gesöff in Plastikschnapsgläschen gereicht wurde. Wir durften uns noch das Lager der Whiskyfässer anschauen, bevor es in den Verkaufsraum ging. Auch hier konnte Micha nicht widerstehen, eine Flasche des speziellen Whiskys mitzunehmen. Pro Jahr werden hier ca. 10.000 Flaschen des Single Malt hergestellt. Nun wurde es Zeit für die Brotzeit. Wir fuhren wenige Kilometer weiter nach Mealasta, wo der nächste Beach auf uns wartete. Auf einer kleinen Anhöhe breiteten wir unsere Picknickdecke aus und verspeisten mit Blick auf türkisfarbenes Wasser, das mit kleinen Wellen den Sandstrand erreichte unser Mittagessen. Als nächstes stand ein Touristenhighlight auf dem Plan:  die Stones of Callianish. Ein Steinkreis aus 47 Steinen. Hier konnten wir ein paar schöne Fotos machen, bevor ein Reisebus  das Gelände für sich einnahm. Nach nur wenigen Kilometern erreichten wir das Carloway Broch. Eine Wehrburg, die laut Reiseführer eine der besterhaltenen an der schottischen Westküste ist. Für uns war es etwas unspektakulär. Um in den Turm zu gelangen, mussten wir uns gewaltig bücken und auch die weiteren Öffnungen waren nur in gekrümmter Haltung zu durchschreiten. Das Programm für heute war absolviert, nun ging es an die Nachtplatzsuche. Die gestaltete sich etwas schwieriger, als gedacht. Wir fuhren drei im Womo-Führer ausgewiesene Plätze an, bevor wir uns doch für den ersten entschieden. Der zuvor als mittelmäßig beurteilter Platz, stellte sich nun doch als recht passabel heraus. Hier gibt es eine Toilette und Picknickbänke, sowie einen kurzer Fußweg zum 4. und letzten Strand an diesem Tag. Nach dem Abendessen machten wir uns mit einem Bier in der Hand zum Strand. Zuvor hatte sich neben uns auf dem Parkplatz ein Surfer vorbereitete, den wir jetzt in den Wellen wieder fanden. Wir schauten ihm interessiert zu, wie er immer wieder die Wellen anpaddelte aber dann doch nicht aufs Brett stieg, sondern unter den Wellen durchtauchte. Doch dann konnten wir ihm doch noch beim Reiten der Wellen zuschauen. Die Wellen waren ziemlich groß und brachen sich geräuschvoll und mit hoch aufwirbelnder Gischt. Als unsere Dosen leer waren, gingen wir zurück zum Bus.

 

Freitag, 12.09.14 Dail Mór –  Tosta(Lewis)

Heute steuerten wir als erstes Gearrannan Blackhouse Village an. Dort zahlten wir 3,50 GBP pro Kopf und durften daraufhin die ersten zwei Blackhouses der Siedlung anschauen. Alle weiteren Häuser gehörten zum Hostel und waren zu modernen Wohnräumen umgestaltet worden. Im ersten Blackhouse kam uns schon beißender Geruch durch die Eingangstür entgegen. Ein Mann stand am Wohnzimmertisch und arbeitete. Ein Feuerchen brannte, welches den Geruch und vor allem den dichten Qualm verursachte. Ein Nachbarraum beherbergte einen Webstuhl und Stoffe, sowie interessante Web- und Strickutensilien. Im Garten war ein Haufen Torfscheiten gestapelt. Im nächsten Haus lief ein Film, der erklärte wie hier der Torf abgebaut und der Tweedstoff hergestellt wird. Dann war das Village auch schon fertig besichtigt und wir zogen weiter Richtung Norden. Auf dem Hinweg hatten wir einen Harristweedladen entdeckt, bei dem wir nun Halt machten. Der Schneider stand an seinem Tisch und schnitt Stoffe zu, als wir die Schals, Hüte und Handytaschen begutachteten. Die Ortschaften die nun an uns vorbeiglitten waren eher grau und schmucklos. Sogar die Kirchen waren erstaunlich unbunt und eigentlich nur daran zu erkennen, dass diese Häuser überdimensioniert waren. In den Gärten lag viel verrostetes Zeug rum und die Vorgärten waren meist mit Kies- oder Rasenflächen recht schlicht gehalten. Unser nächster Stopp war das Blackhouse in Arnol. Dies schauten wir uns von außen an, bummelten durch den Souvenirshop und fuhren mit unserer Reise fort. Ein Hinweisschild auf eine Galerie verleitete uns zu unserem nächsten Abstecher. Die Kunst, die dort ausgestellt wurde, traf nicht wirklich unseren Geschmack, aber das Ambiente brachte uns dazu,  einen Tee bzw. Kaffee zu trinken. Die ältere Dame hinter der Theke wies uns auf eine große Auswahl von Tee hin und reichte neben den Getränken eine Zeitschrift über die Hebriden.
Da im Womo-Führer die Borgh-Pottery empfohlen wurde, hielten wir dort an und schauten uns dieses liebevoll eingerichtete Lädchen mal an. Wir wurden sofort von der Schwester der Töpferin begrüßt, die uns erzählte, dass ihr Sohn in der Nähe von Stuttgart wohnt. Für unser Picknick steuerten wir den Badeplatz aus dem Womo-Führer Port Nis Shore an. Dieser ist ein altes Hafengelände mit einem leerstehenden Gebäude und einer Picknickbank am Rande eine Betonmauer. Nicht wirklich romantisch. Aber wir richteten uns auf der Mauer ein, so dass wir einen wunderschönen Blick auf das Meer hatten. Nun aber weiter zum Butt of Lewis. Diesen Leuchtturm kann man auch nicht begehen, aber der Standort, die Klippen und Felsen im Meer sind wunderschön. Das Meer ist so klar und türkisfarben, dass man hier ewig den Wellen zuschauen könnte, wie sie mit Wucht gegen die Felsen schlagen, die schreienden Möwen dazwischen fliegend. Für einen Übernachtungsplatz allerdings fanden wir es hier nicht so toll, also fuhren wir weiter in den Nordostzipfel der Insel zum Tolsta Head. Ab dem Beginn der Single-Track-Road zum Strand kamen uns viele Fahrzeuge entgegen. Am hinteren Strand trafen wir dann auf die Ursache der Menschenversammlung. Es war eine Hochzeitsgesellschaft!  Ich bin begeistert. Das ist wirklich ein toller Ort zum Heiraten. Hier sind kaum Menschen, außer ein paar Touristen und die Kulisse ist atemberaubend. Dazu hat heute das Wetter prima mitgemacht. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint, herrlich. Wir richteten uns auf dem vorderen Strandparkplatz ein, an dem es öffentliche Toiletten gibt. Hier packten wir unsere Bücher zusammen und spazieren zu den Picknickbänken. Nachdem wir im Sonnenschein ein wenig gelesen hatten, gesellten sich ein paar Midges zu uns. Dann ein paar mehr, und noch ein paar mehr bis uns ihr Treiben zu bunt wurde und wir zurück zum Bus gingen. Als es dunkel wurde, schlenderten wir dann noch mal zum Strand vor.

 

Samstag, 13.09.14 Tosta(Lewis) – Horgabost (Harris)

Unseren Tag begannen wir mit einem schönen Spaziergang an dem Traumstrand. Auf dem Rückweg redeten wir noch kurz mit dem anderen deutschen Pärchen, dass auf dem Parkplatz mit ihrem Wohnmobil neben unserem Bus stand (und das schon die zweite Nacht, da sie am Platz vorher ebenfalls in der Nähe von uns übernachteten – wie sich rausstellte, benutzten wir den gleichen Reiseführer). Sie gaben uns den Tipp, dass man in der Nähe von Stornoway die Chemietoilette entsorgen kann. Danach ging es für uns Richtung der Inselhauptstadt Stornoway. Die ca. 20km brachten wir schnell hinter uns und fanden einen kostenlosen Parkplatz direkt am Hafen. Bei unserem Stadtbummel konnten wir allerdings keine wirklich spannenden Läden entdecken. Der auf VW-Busse spezialisierte Kinderladen hatte leider auf Grund von Umzug geschlossen. Nach nicht einmal einer Stunde saßen wir bereits wieder im Bus und steuerten einen Supermarkt an. Außergewöhnlich an der Gegend um Stornoway scheint das Klima zu sein. Hier standen wirklich viele Palmen in den Vorgärten und am Rande der Straße (auch auf dem Supermarktparkplatz). Fast hatte man den Eindruck man wäre im Süden. Bevor wir Stornoway ganz hinter uns ließen, nutzten wir noch die Womo-Entsorgungsstation in der Nähe des Flughafens. Da es noch relativ früh am Tag war, besuchten wir in Tarbert die Touri-Info, die uns nicht wirklich mit tollen Infos versorgen konnte und steuerten anschließend das Skoon Cafe in Geocrab an. Dort schauten wir ja schon ein paar Tage zuvor vorbei. Nun waren die Außentische frei und wir saßen in der Sonne und genossen Kaffee, Tee und Kuchen bei grandiosem Ausblick über die Meeresbucht. Als Übernachtungsplatz suchten wir wieder den Campingplatz in Horgabost auf, auf dem wir schon nach unserer Ankunft auf den Äußeren Hebriden standen. Dort genossen wir das tolle Wetter und setzten uns vor den Bus. Als auch hier langsam die Midges kamen, wanderten wir zum Strand und tranken unser Ankunftsbier auf dem Steg, der weit in das türkis-grüne Meer hineinreichte.

 

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