Irland 2015 – erste Woche

13.08 Dorheim – Cherbourg

Schon im Vorfeld haben wir uns viele Gedanken gemacht, wie man am besten so losfährt, dass man pünktlich um spätestens 17 Uhr in Cherbourg an der Fähre ankommt. Die Strecke ist immerhin knapp 1000km lang. Da Steffi am Vortag noch arbeiten musste, haben wir uns entschieden, um 00:00 loszufahren, um dann genügend Zeitreserven zu haben. Nach einigen wenigen Stunden Schlaf sind wir bei großer Hitze ziemlich pünktlich losgekommen. Die ersten 550km fuhren wir bis nach Frankreich ohne Pause und Unterbrechung durch. Anschließend frühstückten wir bei Sonnenaufgang auf einer Raststätte. Nur unterbrochen durch diverse Mautstellen kamen wir komplett ohne Stau schon um 11:30 an unserem Ziel an. Vor dem Check-In tankten wir noch für günstige 1,10€ und fuhren schließlich gegen 16:00 auf das Schiff. Wir bezogen unsere Kabine im 6. Stock und schlenderten anschließend durchs Schiff. Im Shop fanden wir eine Straßenkartensammlung von Irland. Wir tranken noch ein komplett überteuertes Bier sowie Kaffee und Tee und zogen uns schon recht früh in unsere Kabine zurück. Die lange Anfahrt steckte uns doch noch ein bisschen in den Knochen.


14.08 Rosslare – Hook Head

Die Nachtruhe auf der Fähre wurde gegen 2:00 empfindlich gestört, als eine Durchsage in ordentlicher Lautstärke die Kabine erfüllte. „Code Alpha, 8367, Code Alpha 8367“. Wir waren erst mal wach. In so einem Moment macht man sich natürlich Gedanken was damit gemeint sein könnte. Ein paar Minuten danach gab es wieder eine Durchsage, ob denn ein Arzt unter den Passagieren sei und dass sich dieser an der Rezeption melden soll. Schien also ein medizinischer Notfall gewesen zu sein. Wir hatten uns schon brennende Autodecks und Eisberge (naja wohl eher nicht zwischen Frankreich und Irland) ausgemalt. Zusätzlich nahm der Seegang über die Nacht ordentlich zu. Stellenweise rutschten wir in den Betten hin und her.

Am Morgen holten wir uns Kaffee und Tee und machten ein kleines Frühstück in der Kabine. Diese mussten wir allerdings schon ca. zwei Stunden vor der geplanten Ankunft räumen, um Platz für das Putzpersonal zu machen. Als wir endlich in den Hafen von Rosslare einliefen, ertönte wieder eine Durchsage. Diesmal war es der Kapitän, der informierte, dass sich die Passagiere noch etwas gedulden müssten, da die Hafenbehörde ein Entladen der Fahrzeuge noch nicht erlauben würde. Das ganze wiederholte sich dann noch einige Male und so konnten wir erst gegen 12:45 anstatt der geplanten 11:30 von Bord. Nach einem kleinen Stau auf dem Hafengelände steuerten wir als erstes einen Parkplatz am St. Helens Pier an. Dort machten wir ein zweites Frühstück und schlenderten zu dem nahen Sandstrand. Nach diesem kurzen Aufenthalt ging es weiter zu unserem heutigen Ziel, dem Leuchtturm Hook Head. Dieser liegt an der Spitze des Ring of Hook. Die Straßen dort hin waren abenteuerlich. Stellenweise war der wirklich enge Weg links und rechts durch hohe Büsche bzw. Mauern sehr hart begrenzt. Ein Ausweichen vor dem Gegenverkehr ist dort kaum möglich. Als wir schließlich auf dem Parkplatz beim Leuchtturm ankamen, waren wir zunächst überrascht, wie viele Wohnmobile aber auch normale Autos dort standen. Scheint ein echtes Touri Highlight zu sein. Wir schauten uns den Shop sowie das Leuchtturmgelände an, kletterten die Felsen bis zum Meer hinunter und genossen das sonnige, wenn auch sehr windige Wetter. Am Abend unternahmen wir noch einen Spaziergang zur nahegelegenen Landzunge, die in das Meer hineinreicht. Von dort hat man einen herrlichen Blick auf den Leuchtturm.


15.08. Hook Head – Cloghen

Heute morgen war es recht windstill und die gestern so wilden Wellen glitten ganz sanft ans Ufer. Das erste Ziel, dass wir heute ansteuerten war die Dollar Bay. Auf einem schmalen Weg gelangten wir in eine Sackgasse, in der das Wenden unmöglich war. Wir fuhren rückwärts ein paar Meter zurück und fanden eine unglaublich vermüllte Lücke, in der wir den Bus abstellen konnten. Wir gingen einen steilen Steinweg hinab und befanden uns anschließend an einem schönen Sandstrand, der mit grün bewachsen Felsen umgeben war. Anschließend fuhren wir weiter zur Dunbrody Abbey. Dort zahlten wir 3€ pro Kopf und erhielten einen Schlüssel für das große Schloss am Eisentor. Wir schlenderten durch die Ruine. Viele Vögel haben hier ihre Unterkunft errichtet. Diese und die dunklen Wolken schafften eine Stimmung wie im Gruselfilm. Nachdem wir das Schloss hinter uns wieder verriegelt hatten, ging unsere Tour weiter zum John F. Kennedy Arboretum. Wir fuhren wieder über spannende Straßen, die zwar zweispurig ausgelegt waren, tatsächlich aber das Passieren insbesondere vollbeladener Traktoren zur heiklen Angelegenheit machten. Am Rande der Straßen bewunderten wir die großen Grundstücke mit schön hergerichteten Bungalows. Am Eingang des JFK Parks erhielten wir einen Plan vom Park (4€ Eintritt pro Person) mit dem wir uns einen kleinen Überblick schaffen konnten. Wir picknickten auf der schön angelegten Picknickwiese. Anschließend folgten wir dem Rat des Plans und liefen den vorgeschlagenen Weg durch den Park. Verschiede Bereiche waren mit den unterschiedlichsten Pflanzen bestückt. Leider blühte nicht allzuviel. Einige Blüten waren noch am wachsen, andere Blätter färbten sich schon rot. Nur in einem kleinen versteckten Bereich entdeckten wir in leuchtenden Farben Büsche uns unbekannter Art. Hier summte es nur so vor Bienen und Micha konnte sich fotographisch austoben. Wir kamen an einem See vorbei und wanderten durch den Wald. Als wir zurück am Auto waren, planten wir unser heutiges Nachtquartier und stellten die Navi in Richtung Cloghen ein. Hier gibt es einen Campingplatz, der im Womoführer sehr nett klang. Dort angekommen, entpuppte sich der „Geheimtipp“ als ziemlich großer und voller Platz mit sehr schlichten sanitären Anlagen. Wir fanden auf der Zeltwiese ein nettes Plätzchen mit Blick auf eine Bergkette, die von der Sonne angeleuchtet wurde. Der Platz ist umschossen von Tierweiden. Vor dem Eingang zum Campingplatz gibt es einen kleinen Tierpark mit Eseln, Schafen und Hühnern. Am frühen Abend „genossen“ wir ein Killkenny vorm Bus bei Sonnenschein.


16.08. Cloghen

Die Wettervorhersage hatte uns für heute schon vorgewarnt, dass der Vormittag trüb werden würde, deshalb wunderte es uns nicht als wir morgens die Berge in dicken Wolken gehüllt vorfanden und kleine Regentropfen aufs Dach prasselten. Daher liefen wir zunächst nur vom Campingplatz in den kleinen Ort. Hier dominierten Häuser, die verlassen und runtergekommen aussahen. Einzig die Apotheke war hübsch anzusehen. Die Lokale, u.a. ein traditioneller Metzger, Fischlokal und Asiaimbiss hatten alle geschlossen, was aber auch am Sonntag liegen konnte. Auf dem Rückweg beschlossen wir, im Bus zu kochen und zu warten, bis die Wolken die Berge freigaben. Dann würden wir mit dem Motorrad die Bergkette hinauf düsen. Laut Wetterbericht sollte das so gegen 15 Uhr passieren. Also verbrachten wir die Zeit am Campingplatz und hielten die versteckten Berggipfel im Auge. Kurze Momente, in denen blauer Himmel zu entdecken war, ließen uns immer wieder hoffen. Gegen halb 5 dann die Entscheidung: Jetzt oder gar nicht, also LOS. Wir warfen uns in Motorradmontur und düsten los. Schon auf dem Weg durch den Ort landeten die ersten Regentropfen auf dem Visier. Das schreckte uns zunächst nicht ab und wir fuhren den Vee Drive entlang. Die Straße war recht schmal und schlängelte sich mit Bäumen rechts und links den Berg hinauf. Als die Bäume immer weniger wurden eröffnete sich uns eine tolle Aussicht auf das Tal. Wir fuhren noch etwas weiter nach oben, doch nun wurde der Nebel immer dichter und wir entschieden uns wieder umzukehren. Aber ich bin überzeugt davon, dass es bei guten Wetter eine tolle Motorradtour geworden wäre. Zurück am Platz waren die meisten Familien vom Platz verschwunden und wir hatten freie Sicht auf die Eselweide. Kleine Randnotiz: Leider wurden hier die Toiletten sträflich vernachlässigt. Es macht den Eindruck, als hätte sich heute noch keiner um etwas Sauberkeit oder Auffüllung von Papier oder Seife bemüht. Dazu funktionierten die Spülungen nicht zuverlässig, was ganz automatisch Sauerei hervorruft. Ich bin etwas enttäuscht, wurde dieser Platz doch im Womoführer für seine sehr ordentlichen sanitären Anlagen gelobt. Dazu waren wir gestern etwas entsetzt, als wir im Tierpark ein Schaf sahen, dass in einem Stall voller Müll stand. Heu/ Stroh Fehlanzeige. Das Tier stand auf Beton und nagte an den Plastiktüten. Von der Idee her ist der Platz sicher nicht schlecht, immerhin stehen wir auf der Wiese schön im Grünen mit Blick auf die Umgebung, doch bei der Umsetzung fehlt es uns etwas an der Fürsorge.


17.08. Cloghen – Garannefeen Strand

Heute war es erstaunlich warm im Bus, als wir langsam aufwachten. Milde 20 Grad Außentemperatur zogen uns für das Frühstück ins Freie. Bei tollem Blick auf die Berge tranken wir unseren Kaffee/Tee und genossen die Sonne, die durch die Wolken brach. Gegen 11:00 brachen wir auf und fuhren wie am Vortag Richtung Berge („The Vee“). Nun hielt das Wetter und wir hatten einen herrlichen Blick von der Passstraße auf die umliegende Landschaft. Unsere Mittagspause verbrachten wir auf einem Picknickplatz im Wald. Dieser war von der Straße aus ausgeschildert. Der zugehörige Parkplatz konnte von uns leider nicht genutzt werden, da durch einen Balken die Einfahrtshöhe begrenzt wurde. Wir fanden trotzdem ein kleines Plätzchen am Straßenrand und konnten zumindest Tische und Bänke des Platzes nutzen. Netterweise hat man aber bei der Beschilderung des Picknickplatzes vergessen auf den Balken hinzuweisen und auch darauf, dass es keine Wendemöglichkeit gibt. Wir haben dann in gefühlten 20 Zügen mitten auf der recht unübersichtlichen Straße gewendet, um unsere Tour fortzusetzen. Gegen 14 Uhr kamen wir dann in Middleton an der Jameson Distillery an. Es gibt Nahe der Brennerei einen offiziellen kostenfreien Womo-Stellplatz. Auf diesem parkten wir und machten uns auf Richtung Besucherzentrum. Dort buchten wir eine Tour durch den alten Teil der Anlage, der nicht mehr in Betrieb ist. Nach kurzer Wartezeit starteten wir mit einer etwas größeren Gruppe über das Gelände. Die verschiedenen Stationen wurden gut erklärt und auch der Unterschied zu schottischen Whiskey schön erläutert. Abschließend gab es noch ein kleines Whisky-Tasting bei dem alle Teilnehmer den Jameson probieren konnten. Außerdem durften einige Freiwillige die Hausmarke im direkten Vergleich zu schottischen und amerikanischen Whisky probieren. Nach einem weiteren kostenlosen Cocktail (Ginger Ale, Whisky, Limette) in der Bar machten wir noch einen Abstecher in den Shop, um uns mit Whisky und Gläsern einzudecken. Da die Distillery sowie der Womo-Parkplatz direkt in der Innenstadt liegen, nutzten wir die Chance und machten noch einen kleinen Bummel über die Einkaufstraße. Dort erstanden wir eine irische Prepaid-Karte mit „unlimited Internet“, um uns im weiteren Verlauf des Urlaubs z.B. über das Wetter informieren zu können. Nun fuhren wir weiter, um ein Nachtlager zu finden. Der erste Stellplatz aus dem Womo Führer auf unserer weiteren Route in Garrettstown konnte uns leider nicht wirklich begeistern. Er war einfach zu krumm und zu nah an einer Ferienhaussiedlung. Außerdem direkt an der Straße. Wir entschieden uns weiter zu fahren. Einen schönen Platz haben wir dann in Garannefeen gefunden. Dieser liegt direkt am Strand und etwas abseits der wenig befahrenen Straße.


18.08. Garannefeen Strand – Rineen Forest

Heute morgen freuten wir uns über T-shirt-Wetter. Nach einem Spaziergang am Strand bei Sonnenschein und 25 Grad starteten wir Richtung Timoleague. Wir fuhren auf schmalen Straßen am Meer entlang. In Timoleague machten wir einen kurzen Stopp an der Abbey und liefen ein bisschen die Promenade entlang. Nun ging es weiter auf noch schmaleren Straßen, die dazu noch ziemlich eingewachsen waren. Die Bäume wuchsen teilweise so stark über die Straße, als würden sie für uns Spalier stehen.Dafür blühte es hier ziemlich bunt. Für unsere Mittagspause steuerten wir einen Wanderparkplatz aus dem Womo-Führer an. Hier gibt es versteckt hinter Farn einige Picknickbänke und wir genossen den Blick aufs Meer (und weiterhin die warmen Sonnenstrahlen). Nun wurde es wirklich abenteuerlich. Zu den schmalen Straßen gesellte sich nun noch Schotter und es ging abwechselt hoch und runter. Wir hofften, dass uns kein Auto entgegen kommen würde. Wir rumpelten also gemächlich zu unserem nächsten Ziel, dem Lough Hyne. Aus dem im Womo-Führer beschriebenen „no overnight camping“ ist mittlerweile ein „no overnight parking“ geworden. Trotzdem bot sich der Platz perfekt an, um unser Boot das erste Mal in diesem Urlaub zu Wasser zu lassen. Der Parkplatz war recht belebt. Ein Mann verkaufte selbstgemachtes Eis. Es gab eine kleine Wiese, auf der gepicknickt wurde und die sich für den Aufbau des Boots anbot. Nachdem das Boot fahrbereit war, benutzten wir die Slip-Anlage für einen sanften Einstieg. Wir paddelten den See entlang, um die Insel und genossen das letzte Killkenny. Anschließend steuerten wir die Insel an und machten eine kleine Rast. Das besondere an diesem See ist, dass er einen hohen Salzwassergehalt hat, da das benachbarte Meer bei Hochwasser in den See hineinläuft. Uns interessierte die Stelle, an der das passiert. Also paddelten wir etwas einen schmalen Arm entlang, bis wir das Wasser ziemlich laut und bedrohlich rauschen hörten. Wir beschlossen, dass wir nun sicher nah genug am Meer sind und ließen uns langsam wieder zurück zum Ufer treiben. Am Parkplatz ließen wir das Boot trocknen und packten zusammen. Für die Nacht entschieden wir uns wieder zum Wanderparkplatz von vormittags zurück zu fahren. Passend zum Aufbruch zu unserem Nachtquartier verschwand die Sonne. Am Platz angekommen war es noch recht warm (22 Grad), sodass wir an einer der Picknickbänke im Freien kochten. Während des Essens trieben uns drei Regentropfen in den Bus. (konnte ja keiner wissen, dass es dann wieder aufhört,…). Nach dem Abendessen machten wir noch einen kleinen Spaziergang runter zum Meer. Der Wald auf dem Weg entpuppte sich als geheimnisvoller Zauberwald. Immer wieder entdeckten wir Elfentüren und kleine Behausungen am Fuße der Bäume (nein, wir waren nicht betrunken!).


19.08. Rineen Forest – Mizen Head

Die Nacht hatte es komplett durchgeregnet. Auch morgens war der Himmel grau in grau. Wir beschlossen die Wanderung auf den Knockomagh auszulassen (empfohlen nur bei guten Wetter,…). So rumpelten wir zunächst ca 10 km lang auf einem,… ich würde es Feldweg nennen, Richtung echter Straße. Den ersten Halt machten wir in Ballydehob, einem Stellplatztipp aus dem Womo-Führer. Dort frühstückten wir am Wasser und konnten ab und an die Sonne sehen (auch wenn es weiterhin regnete,…). Die weitere Strecke nach Mizen Head war nun sehr spannend. Bemooste Hügel mit bunten Pflanzen, das raue Meer und die Klippen, dazu ein wilder grau-blauer Mix am Himmel boten ein Bild, so wie man sich Irland vorstellt. Hier und da machten wir einen kurzen Stopp und schauten uns um. Am Straßenrand entdeckten wir Esel, die dort grasten,… Immer wieder sahen wir fiese Höhenbalken an den merkwürdigsten Stellen, ein Kirchparkplatz, ein Seitenstreifen und eine Einfahrt zu einer Ferienwohnung waren dabei. Sehr traurig war ein Balken an einem schönen Strand, an dem viele Surfer unterwegs waren. Man kommt nicht umhin sich ein wenig unerwünscht zu fühlen :-(. Gegen 14 erreichten wir unser heutiges Ziel den Mizen Head. Wir zahlten 6 Euro pro Person, um auf das Gelände des Fastnet Rock zu kommen. Hier befinden sich Wege, die mit Zäunen gesichert sind und einem genau den Weg zu den Stellen wiesen, von welchen man einen guten Blick auf die Klippen hat. Dieser ist wirklich gigantisch. Immer wieder eröffnen sich neue Perspektiven, die einem dieses Naturkunstwerk näher bringen. Die dazugehörige Ausstellung im Leuchtturmgebäude zum Leben des Leuchtturmwärters und andere diverse Informationen sind für uns eher nettes Beiwerk. Am Leuchtfeuer bläst der Wind gewaltig. Wir sehen die Gischt mit voller Wucht gegen die Felsen schlagen. Trotz oder grad wegen dem etwas rauem Wetter war es ein wunderschöner Ausflug. Zurück am Bus wärmten wir uns etwas auf und gingen anschließend in dem Café zu Abend essen. Für Micha gab es die obligatiorischen Fish & Chips.


20.08. Mizen Head – Bantry

Heute nacht wurden wir in unserem Bus gewaltig durchgeschaukelt. Wirklich verwundert waren wir daher nicht, als wir morgens die Vorhänge öffneten und um uns herum nichts sahen außer dicken Nebel. Dazu kam ein fieser Nieselregen. Auf der Fahrt nach Bantry wurde der Nebel zwar dünner, aber komplett wollte er uns dann doch nicht verlassen. Das Fahren auf den teilweise sehr schmalen Straßen wurde dadurch nicht einfacher und in Bantry angekommen wurde aufgrund enger Gassen, vielen Autos und interessanter Verkehrsführung volle Konzentration vom Fahrer gefordert. Etwas oberhalb der Innenstadt fanden wir einen guten Parkplatz und liefen von dort in die City. Hier gibt es viele kleine Läden und Pubs. Die Touristeninfo bot viele Flyer und Informationen über die Umgebung. Nachdem wir uns dort eingedeckt und im Supermarkt eingekauft hatten, besuchten wir noch einen Bioladen, der gut sortiert war. Dort kauften wir für den Abend Dinkelbrot. Anschließend kurvten wir durch enge Gässchen raus aus der Stadt zum ca. 4 km entfernten Campingplatz. Dort zahlten wir stolze 58 Euro für zwei Nächte ohne Strom und fanden direkt am Wasser einen schönen, aber windanfälligen Platz. Von hier aus hatten wir einen schönen Blick auf die Bucht. Nachdem Micha das Motorrad abgeladen hatte, fuhren wir nochmal los zu einem Viewpoint oberhalb von Bantry. Am Platz angekommen fuhren wir unter dem Höhenbalken durch und bewunderten den Ausblick über die Bantry Bay, der trotz des düsteren Wetters sehr eindrucksvoll war. Da die Wolken allerdings recht bedrohlich aussahen, fuhren dann auf direktem Wege zurück zum Platz.


21.08 Bantry

Die Sonne weckte uns heute morgen gegen 8:00. Da der Wind allerdings immer noch recht stark um den Bus wehte, entschieden wir uns das Frühstück doch lieber im Bus anstatt davor zu uns zu nehmen. Aber es waren perfekte Voraussetzungen für die Motorrad Tour. So fuhren wir am späten Vormittag Richtung Sheeps Head. Die Strecke dorthin ist zum Motorradfahren optimal. Viele enge Kurven, immer wieder bergauf und bergab. Mit dem Bus hätte das keinen Spaß gemacht. Wir wählten für den Hinweg die südlichere Route. In Kilcrohane schlug das Wetter plötzlich um und wir konnten uns gerade noch unter einen großen Baum retten, um nicht komplett nass zu werden. So schnell wie der Regen kam, war er auch schon wieder verschwunden und die Sonne schien wieder vom blauen Himmel, als wir das letzte Stück bis zum Parkplatz am Ende der Straße fuhren. Von diesem Parkplatz startet der ca. 4,5 km lange Wanderweg zum Leuchtturm. Dick eingepackt wegen des starken Windes machten wir uns auf den Weg. Bis zum Leuchtturm ist der Wanderweg sehr gut ausgebaut. Nur die letzten Meter bis zum Leuchtturm selbst haben wir erst beim zweiten Anlauf gefunden. Dort angekommen hatten wir ein gigantisches Panorama auf das Meer, den Turm und die benachbarten Halbinseln (Mizen Head bzw. Beara). Am Horizont zog allerdings eine ziemlich bedrohliche Regenfront sehr schnell auf uns zu. Wir befürchteten schon ordentlich nass zu werden, aber irgendwie zog der Regen an uns vorbei. Wir machten uns nach einer kleinen Brotzeit auf den Weg zurück zum Parkplatz. Im Gegensatz zum Hinweg ist der Rückweg allerdings eher anspruchsvoll und sehr anstrengend. Steile rutschige Passagen und schmale Pfade direkt an den sehr steil abfallenden Klippen wechselten sich ab. Definitiv nichts für Menschen mit Höhenangst. Insgesamt brauchten wir so für die 4,5km mit Pausen über 2,5 Stunden. Resultat der Wanderung waren dreckige Schuhe, nasse Füße und jede Menge wunderschöner Eindrücke von den gelb und lila blühenden Hügeln, den teils bunt bewachsenen Steilklippen und dem tief unter uns rauschendem Meer. Wieder am Parkplatz angekommen kehrten wir noch kurz im Café ein, ehe wir uns auf den Rückweg machten. Dieser führte die ersten km auf der selben Route wie am Morgen zurück, dann bogen wir Richtung Norden ab und überquerten auf einer Passstraße die Halbinsel. Die nördliche Route ist nochmal deutlich schlechter ausgebaut als die südliche. Allerdings ist der Blick teilweise atemberaubend. Schnell voran kommt man jedoch nicht. Erst kurz vor Bantry stößt man wieder auf die gut ausgebaute N75, die durch die Stadt zum Campingplatz führt. Wir nutzten noch schnell die Chance zum Einkauf und fuhren dann zum Platz. Wie das irische Wetter so ist, bekamen wir kurz vor dem Ziel dann doch nochmal eine kurze Dusche verpasst. Zurück auf dem Platz setzten wir uns vor das Auto und genossen das mittlerweile wieder tolle Wetter.


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