Irland 2015 – zweite Woche

22.08. Bantry – Eyeries

Heute starteten wir in den Ring of Beara. Auch wenn es den Morgen über recht windig und nieselig war, schien die Sonne als wir vom Campingplatz rollten. Wir besuchten noch den hiesigen Baumarkt und Supermarkt und bogen dann ein in den landschaftlich so hochgelobten Ring. Er sollte uns nicht enttäuschen. Die Strecke, die wir entlang fuhren, entlockte uns immer wieder „ahs“ und „ohs“, wenn die Sicht auf das Meer frei wurde. Auch die bunten Hügel mit den weidenden Kühen und Schafen auf dem saftigen Grün waren herrlich anzuschauen. Auf der Suche nach einem Picknickplatz bogen wir ein zum Dunboy Castle. Am Ende der Straße gibt es einen Parkplatz. Von dort erreicht man die Ruine ziemlich fix. Hier hat man einen guten Blick in die Bucht und auf den Landarm gegenüber. Kurz vorher steht ein pompöses doch umzäuntes Schloss, welches laut Reiseführer mal als Hotel geplant war. Die gegenüberliegende Wiese wurde im Womoführer zwar als Pausenplatz vorgeschlagen, doch hielten wir sie für etwas ungeeignet (feucht und matschig). So betrachteten wir noch das am Ufer liegende Wrack und steuerten den nächsten Stellplatztipp an. Diesmal hatten wir Glück. Der Parkplatz am Pulleen Lake bot eine giantische Sicht auf das umliegende Land und hatte damit beste Voraussetzungen für die Mittagspause. Nun ging es weiter bis zum Ende der Halbinsel. Von Weitem entdeckten wir die doch recht langsam vorankommende Seilbahn, die nach Dursey Island führte. Am Parkplatz angekommen sahen wir, dass die Fahrt rüber zur Insel mit einer Wartezeit von einer Stunde verbunden war. Da wir darauf keine Lust hatten, entschieden wir uns dem Wanderweg Garinish Way auf ca. 4,7 km zu folgen. Der Weg führte die Klippen hinauf, über Schafswiesen und an bunten Blumen vorbei. Teilweise ging es recht steil bergauf, doch der Blick auf das tosende Meer entschädigte für alle Mühen. Der Weg war an manchen Stellen recht matschig und gerade bergab war das eine rutschige Angelegenheit, die leicht auf dem Hintern enden kann,…. Wieder unten angekommen führte der Weg an einem Sandstrand vorbei, durch eine hochgewachsene Wiese mit Trampelpfad und am Schluss schlenderten wir ein Stück die Straße entlang, auf der die Wandergruppe, die uns zwischenzeitlich überholt hatte, nett aus dem vorbeikommenden Auto grüßte. Jetzt hatten wir uns Stärkung an Merphis Mobile Catering verdient. Für Micha gab es Fish & Chips, für mich Fish & Chips ohne Fisch. Nun machten wir uns auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz. Zunächst steuerten wir einen einfachen Campingplatz an, der sich eher als Hippie Kommune erwies und den wir schnell wieder hinter uns ließen. Anschließend ging es durch gewaltige Landschaft und sensationell enge Straßen noch ein paar km weiter. Den ersten Parkplatz am Hafen eines kleinen Fischerörtchens verließen wir auch wieder schnell, da man mitten unter LKWs gestanden hätte, die gerade beladen wurden. Letztendlich landeten wir nach einigen Irrwegen und einer ziemlich langen Rückwärtsfahrt an einem Traumstrand in der Nähe von Eyeries (auch diesen Strand teilten wir uns mit Alt-Hippies). Mit tollem Blick auf die Wellen, die gegen die Felsen peitschten genossen wir unser Feierabendbier.


23.08 Eyeries – Gleninchaquin Park

Bei strahlendem Sonnenschein und Meeresrauschen konnten wir heute unser Frühstück im Bus einnehmen. Draußen war es mit 10°C doch noch etwas kalt. Der Blick auf das Meer und den kleinen Strand direkt vor uns war traumhaft. Anschließend machten wir noch einen Spaziergang entlang des Strandes, ehe wir uns wieder auf den Weg machten. Als erstes Ziel steuerten wir den Knockatee-Pass an. Diese Strecke ist wirklich spannend. In sehr engen Kurven und extrem steil schlängelt sich die Straße (bei uns würde das nur als Feldweg durchgehen) die Berge hoch. Oben angekommen hat man einen eindrucksvollen Ausblick auf die Landschaft der Beara Halbinsel. Abwärts geht es ähnlich spektakulär durch viele schmale Kurven wieder nach unten. Wieder an der Küstenstraße angekommen steuerten wir einen Picknickplatz an, der im WOMO-Führer empfohlen wird. Dort verbrachten wir unsere „Mittags-Pause“. Nach einer knappen Stunde ging es dann weiter zum Gleninchaquin-Park. Die Route dort hin ist noch spezieller als die meisten Strecken die wir vorher gefahren sind. Extrem eng und man muss immer hoffen, dass kein Gegenverkehr kommt. Am Ende dieser Strecke muss man 6€ pro Person bezahlen, um in das eigentliche Gelände des Parks zu fahren. Direkt an der Einfahrt hat Steffi noch einer Dame, die uns mit ihrem Auto entgegen kam das Handy gerettet, welches auf deren Motorhaube lag (dafür hat sie sich einen Platz im Himmel gesichert laut der glücklichen Handybesitzerin 😉 ). Nun steuerten wir den kleinen Parkplatz an und ließen uns erklären, welche Wanderungen man machen kann. Wir entschieden uns für die zwei Stunden Tour, die oberhalb des eindrucksvollen Wasserfalls entlang geht. Wir schlüpften in unsere Wanderschuhe und los ging. Über harmlose Schafswiesen und eine Schotterstraße ging es recht einfach los. Einige Höhenmeter später endete der gut ausgebaute Weg und es ging sehr steil über Fels und rutschige Wiesen nach oben. Auf dem Berg angekommen hat man einen gigantischen Blick über die Gegend und in das zu Füßen liegende Tal. Das Wetter meinte es gut mit uns und die meiste Zeit schien die Sonne. Der Abstieg gestaltete sich deutlich einfacher und nach ca. zwei Stunden kamen wir wieder bei dem Parkplatz an. Als wir noch in der dortigen Hütte auf die Toilette gehen wollten, sprach uns der Mann hinter der Theke an, ob wir nicht über Nacht im Park bleiben wollen. Dafür würde sich der ein paar hundert Meter weiter befindliche Parkplatz auf der Wiese doch anbieten. Eigentlich wollten wir noch ein Stück den Ring of Kerry befahren, da es uns aber in dem Park so gut gefallen hat und wir von der Wanderung etwas geschlaucht waren, entschieden wir uns diesen Vorschlag anzunehmen und parkten den Bus auf die Wiese um. Mit tollem Ausblick auf das Tal und den Wasserfall ließen wir den Abend ausklingen.


24.08 Gleninchaquin Park – Caherciveen

Nach einer unglaublich dunklen und ruhigen Nacht (ab und an hat man ein Schaf gehört und das Rauschen des Wasserfalls drang leise in den Bus), wachten wir wieder bei Sonnenschein aber sehr kalten Temperaturen auf. Wir nahmen noch das Frühstück auf der Parkwiese des Gleninchaquin Parks ein und machten uns auf Richtung Ring of Kerry. Unser erster Stop war der Supermarkt in Kenmare. Dort füllten wir mal wieder unsere Vorräte und den Tank des Motorrads auf. Anschließend ging es auf den Touri-Ring. Ursprünglich hatten wir geplant auf einem Campingplatz in der Nähe von Caherdaniel einzuchecken. Schon der Weg dorthin konnte uns nicht wirklich begeistern. Im Gegensatz zu der Landschaft auf den vorherigen Halbinseln empfanden wir es hier als eher unspektakulär. Es gab deutlich mehr Verkehr, und auch einige Reisebusse, die auf den zwar breiteren, aber nicht wirklich guten Straßen mit teilweise hohen Tempo entgegen kamen. Beim Campingplatz angekommen entschieden wir uns dort nicht zu bleiben, da dieser sehr groß und relativ voll war. Außerdem war es noch früh am Tag. Also ging es weiter Richtung Derrynane House. Hierbei handelt es sich um einen Park, in dem man verschiedene Wanderungen unternehmen kann. Allerdings kostet der Spaß 4€ pro Person. Das war uns angesichts der angebotenen Wege und unserer Unlust weit zu wandern doch etwas zu viel. Wir düsten weiter nach Waterville. Dieser kleine Ort liegt sowohl am Meer als auch an einem See im Hinterland. Den dortigen Picknickplatz fanden wir erst auf dem zweiten Anlauf und nahmen dort unser Mittagessen ein. Etwas eigenartig fanden wir das komplett leerstehende Stadtviertel aus scheinbar nie bezogenen Häusern. Nach dem Mittagessen wurde es langsam Zeit unseren heutigen Stellplatz anzusteuern. Wir entschieden uns für den Campingplatz Mannix Point in Cahirciveen. Dieser ist eine kleine TripAdvisor Legende mit unglaublichen 5 von 5 Sternen. Der etwas schwer zu findende Platz ist nur über eine sehr schlechte Straße erreichbar. Das Ambiente und die Einrichtungen sind allerdings wirklich sehr gepflegt und liebevoll gestaltet. Nach einem kurzen Spaziergang in den nahen Ort und einen weiteren Einkauf im lokalen Supermarkt, kochten wir uns seit langem mal wieder ein etwas aufwändigeres Essen und genossen den Abend auf dem Platz.


25.08 Caherciveen

Heute morgen weckte uns das Schaukeln des Autos und der trommelnde Regen. Draußen war es absolut nicht schön und wir beschlossen noch eine Nacht auf dem Campingplatz zu bleiben. Als wir zur Rezeption liefen, wehte es uns fast die Haare vom Kopf und wir kamen pitschnass an. Wir nutzen dieses bescheidene Wetter, um für 10 Euro Wäsche zu waschen. Als wir die sauber duftende Wäsche im Bus zusammen legten, war der Himmel wie ausgewechselt. Der starke Wind hatte die dicken Wolken vertrieben und die Sonne lachte vom blauem Himmel. (Der Wind blieb allerdings,…) Gegen 14 Uhr starteten wir dann mit dem Bus unsere Skellig-Tour. Erster Stopp war ein Sandstrand, an dem wir kurz entlang schlenderten und uns über das kalte Wasser freuten, dass um die Füße floss. Auf der Weiterfahrt erbot sich uns ein beeindruckender Blick auf den Atlantik und die vorgelagerten Inseln (Puffin Island und Skellig Inseln). Die Sonne gab ihr bestes, die Farben gewaltig erscheinen zu lassen. Wir hielten nun bei Skelligs Chocolate. Beim Betreten der Schokoladenmanufaktur fühlte man sich wie in Santa Claus´ Werkstatt und es duftete herrlich nach Schokolade. Man sah verschiedene Maschinen die, die flüssige Masse rührte und viele „Elfen“ die daraus die fertige Schokolade zauberten. Zwar konnte man hier Tastings durchführen, wir entschieden uns aber dafür im Cafe eine heiße Schokolade und einen Espresso zu trinken. Weiter ging es dann auf einer Straße, vor der im Womo-Führer gewarnt wurde, da sie besonders schmal, steil und kurvig ist. Mutig stellten wir uns dem doch recht häufig erscheinenden Gegenverkehr und erreichten den nächsten Aussichtspunkt. Wunderten wir uns gestern noch darüber, dass der angeblich so überlaufene Ring of Kerry doch nur an ein paar Stellen wirklich anstrengend war, ist es heute auf dieser Strecke einfach nur voll. Auch bei unserem nächsten Halt, den Klippen von Kerry sahen wir von weiten die vielen Menschen auf dem Weg dorthin. Hier musste man 4 Euro pro Person bezahlen, um über einen Kiesweg zum Ziel zu laufen. Zwar schien immer noch die Sonne, doch der Wind blies einen gewaltig durch. Auf der Wiese vor den Klippen war ein Hinweisschild, dass das Campen mit Rücksprache hier erlaubt ist. Von den Felsen aus hat man einen schönen Blick auf das Meer, die Inseln und die Brandung, die die Caves mit Wasser füllte. Nun steuerten wir die Valentia Island an. Über eine Brücke erreichten wir die Insel und kurz danach den Eingang zu den Geokaun Mountains. Für ein Fahrzeug zahlten wir 5 Euro und fuhren auf steiler Schotterstraße zum ersten View Point. Von hier sahen wir die Fogher Cliffs und hinüber zum Festland. Beim oberen Aussichtspunkt hatten wir einen schönen Gesamtüberblick über die Gegend. Hier konnten wir den Leuchtturm sehen und entdeckten auch den Campingplatz, auf dem wir die Nacht standen. Der Wind war aber auch hier so stark, das wir uns entschieden den Rundweg nicht zu laufen. Nun war es Zeit für den Rückweg. Wir wählten die Fähre, was wir angesichts der 7 Euro für zwei Kilometer anschließend bereuten. Am Platz angekommen, konnten wir noch einen schönen Sonnenuntergang beobachten, bevor der Tag sich wieder mit Regen verabschiedete.


26.08 Caherciveen – Loop Head

Heute verließen wir den Ring of Kerry. Zuvor kämpften wir uns durch den aus Reisebussen bestehenden dicken Gegenverkehr. Nun endlich hatten wir die viel vorhergesagten Reisebusschlagen auch mal gesehen,….Der Abschluss des Rings ging an der Küste entlang und verabschiedete uns nochmal mit einer prächtigen Aussicht auf die Dingle Bay. Unsere Mittagspause machten wir in der Nähe von Tarbet am Saleen Pier. Anschließend ging es Richtung Fähre, die uns für 20 Euro über den Shannon River brachte. Die Landschaft, die an uns vorbei rauschte, war recht eintönig und der blaue Himmel teilte sich mit den Regenwolken den Horizont. Wir machten noch einen kleinen Halt beim Carrigaholt Castle. Wir umrundeten die Ruine und schauten über die Piermauer, bevor wir unser heutiges Übernachtungsziel ansteuerten. Wenig später hielten wir auf dem Parkplatz am Loop Head vor dem Leuchtturmgelände. Wir machten uns was zu Abendessen und gingen dann nochmal bei Sonnenschein aber starkem Wind um das ummauerte Gelände an den Klippen

entlang. Hier ist alles ursprünglich ohne Absperrungen oder Wege. Immer wieder kann man einen Blick hinab auf die Felsen und die mächtigen Wellen erhaschen. Die Gischt spritzt teilweise weit über die Klippen hinaus. Eine Schaumflocke landet zu meinem Vergnügen direkt in Michas Gesicht 🙂


27.08 Loop Head – Doolin

Nach einer extrem stürmischen Nacht wachten wir bei Sonnenschein auf. Direkt nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg Richtung Doolin. Unterwegs standen noch einige Highlights auf dem Programm. Zunächst ging es zu den Bridges of Ross. Dabei handelt es sich um Steilklippen, die teilweise bizarre Brückenformen ausgebildet haben. Bei starkem Gegenwind spazierten wir die Klippen entlang. Auf dem Rückweg überraschte uns dann ein kurzer aber kräftiger Schauer. Nach einigen kleineren Stopps an der Küste hielten wir noch kurz in Killkee, um den dortigen Geldautomaten zu nutzen. Auf dem weiteren Weg gab es nicht mehr ganz so viele Höhepunkte. An den angebotenen Aussichtspunkten konnten wir eh nicht halten, da uns die Balken vor den Parkplätzen das Drauffahren verwehrten. Kurz vor Doolin fuhren wir noch einen recht steilen Pass, auf dessen Scheitelpunkt man eine beeindruckende Sicht über Küste und Inland hat. In Doolin checkten wir auf dem Campingplatz Nagles Point ein. Dieser liegt unmittelbar am Hafen. Da vom Hafen Schiffsfahrten zu den nahgelegenen Cliffs of Moher angeboten werden, entschieden wir uns dort nach einer solchen Tour zu fragen. Man erklärte uns, dass auf Grund des starken Sturms erst übermorgen wieder die ersten Touren angeboten werden. Also geht es morgen erst mal auf dem Landweg zu den Cliffs. Steffi machte noch einen Spaziergang in die Stadt. Außerdem nutzten wir die Infrastruktur des Platzes und wuschen Wäsche. Leider hat das sehr abwechslungsreiche Wetter das Trocknen der Wäsche etwas schwierig gestaltet.


28.08 Doolin

Es hätte uns hellhörig machen sollen, als uns gestern am Hafen mitgeteilt wurde, dass heute aufgrund des schlechten Wetters keine Schiffe fahren werden. Die Nacht ließ dann doch eine Vorahnung erwachen, dass das mit der Motorradtour zu den Cliffs nichts werden wird. Wir wurden im Bus gewaltig durchgeschüttelt und der Regen trommelte so laut gegen das Dach, dass man denken konnte, dass jemand einen riesigen Eimer Wasser über uns entleert. Da wir ja mittlerweile gelernt haben, dass das irische Wetter durchaus überraschen kann, ließen wir den Tag langsam anlaufen. Wir nutzen das freie Wlan, verschickten virtuelle Postkarten, buchten den Bootstrip für morgen, lasen und trockneten die Klamotten. Das Wetter wechselte so ca. alle fünf Minuten seine Stimmung. Schien in dem einen Moment die Sonne, regnete es im nächsten Bindfäden. Dazu kam ein so starker Wind, dass der Regen waagerecht auf einen zu kam. So entschlossen wir uns heute nur einen kleinen Trip auf die Einkaufsstraße, die Fishermanstreet zu machen. Dort shoppten wir ein bisschen und fanden sogar ein Geburtstagsgeschenk für unser Patenkind. Anschließend gingen wir in einem kleinen Café am Ende der Straße etwas essen. Hier war es recht urig, mit Musikinstrumenten an der Wand. Am Abend genossen wir endlich mal den in Middletown erworbenen Jameson.

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