Baltikum 2012 – zweite Woche

28.7.2012 Palūšė (11:00) – Apple Island, Zalvariai (14:30)
Die Sonne weckte uns gegen 8:30 Uhr. Schon um diese Uhrzeit waren es ca. 23°C. Nachdem wir in Ruhe zusammengepackt hatten, machten wir uns auf, den Nationalpark zu erkunden. Nach einem Stopp bei der Wassermühle in Ginučiai ging es weiter zum Berg Ladakalnis, von dem man einen wunderschönen Ausblick auf mehrere große Seen der Region genießt. Nach dem Abstieg ging es bei beachtlichen Temperaturen weiter zum Imkermuseum. Dieses liegt mitten im Wald und besticht eher durch seine schönen Holzschnitzereien und Bienenkästen auf dem schön angelegten Gelände, als durch Informationen über das Imkereiwesen. Nachdem wir Waldhonig gekauft hatten, ging es über die Sandpiste weiter. Hier begegneten wir der bisher schlechtesten Straße der Tour und fuhren uns mehrmals beinahe fest. Nachdem wir auf dem Campingplatz Apple Island in Zalvariai eingecheckt hatten, machten wir uns einen ruhigen Badetag. Der Platz liegt auf einer Insel in einem kleinen See und bietet für litauische Verhältnisse einen erstaunlichen Standard. Das einzige was die Stimmung etwas trübte, waren auch hier die vielen Stechmücken am Abend.

 

29.7.2012 Apple Island (10:30) – Trakai (14:00)
Nachdem wir den Tag nach einer unglaublich warmen Nacht mit einer Schwimmrunde durch den See begonnen hatten, verabschiedeten wir uns vom Campingplatz Apple Island, der uns als ganz und gar untypisch für Litauen in Erinnerung bleibt, um Richtung Mittelpunkt Europas zu fahren. Dort angekommen waren wir überrascht, dass auch hier kaum andere Touristen unterwegs waren. Lediglich zwei Esten liefen noch über das weitläufige Gelände. Die Information wirkte eher wie das Wohnzimmer einer Familie. Wie es sich gehört haben wir uns auf dem exakten Mittelpunkt fotografiert. Weiter ging es über Vilnius, wo wir noch einen kurzen Einkaufsstopp einlegten bis nach Trakai. Dort checkten wir auf einem Campingplatz am gegenüberliegenden Ufer der berühmten Wasserburg ein. Den Nachmittag verbrachten wir an dem schönen Badestrand des Platzes. Abends bereiteten wir uns aus den Zutaten die Micha bei einer alten Bäuerin vor dem Einkaufszentrum in Vilnius erworben (auf Englisch!!!) hat, unser Abendessen zu. Es war der erste Abend an dem es wieder etwas abgekühlt hatte (inkl. 2-3 kleinen Regentropfen). Um kurz vor 23 Uhr hatte es nur noch 23°C.


30.7.2012 Trakai
Auch diese Nacht war wieder äußerst warm, doch schon am frühen Morgen weckten uns die ersten Regenschauer. Bis zur Mittagszeit regnete es fast ununterbrochen. Gegen 13:00 Uhr gingen wir zur Rezeption um uns im kostenlosen WLAN-Netz mit Infos zur Wettervorhersage zu versorgen. Endlich hatte es auch aufgehört zu regnen und wir nutzten die Zeit, um mit dem Rad nach Trakai zu fahren. Der ausgewiesene Radweg hat sich eher als Holperpiste erwiesen und war nicht wirklich gut zu befahren. In Trakai ist eigentlich nur die Wasserburg wirklich eindruckvoll (auch nur aus der Entfernung). Näher betrachtet ist diese aber auch eher ein unschöner Backsteinbau. Die Umgebung hingegen ist sehr schön. Von der Insel auf der die Burg steht hat man eine schöne Aussicht in das Umland. Der Ort Trakai war nicht unbedingt nach unserem Geschmack. Einige hübsche Holzhäuser wechseln sich mit sowjet-Beton-Architektur ab. Die orthodoxe Kirche war leider eingerüstet. Als wir mit den Rädern auf dem Campingplatz zurückkamen, überraschte uns die Menge an deutschen Wohnmobilen, die sich mittlerweile auf dem Gelände eingefunden hatten. Kurz nach unserer Ankunft begann es wieder zu Regnen. Erst gegen 19:00 starteten wir eine kurze Wanderung Richtung Uzutrakis. Dort bestaunten wir den schön angelegten Park und den Palast. Von diesem hat man auch einen guten Blick auf Trakai und die Wasserburg. Bereits auf dem Heimweg begann es wieder zu regnen. Mittlerweile hatte es auch deutlich abgekühlt. Nach einer kleinen Mahlzeit ging es gegen 22:30 ins Bett.


31.7.2012 Trakai (11.30) – Riga (16.00)
Heute verabschiedeten wir uns von Litauen. Zuvor hatten wir unsere Sachen am Campingplatz in Trakai zusammen gepackt und sind noch eine Runde im Galves See geschwommen. Wir kamen erst um ca. 11:30 los, nachdem wir noch unser Wasser und die Toilette entleert hatten. Kurz vor der Grenze hielten wir an einem Supermarkt und kauften uns Wasser, Trinken, Käse, Eier und Rindfleisch ein.  Nach der Grenze bis nach Riga bremsten uns immer wieder Baustellen aus, bei denen nur eine Fahrbahn verwendet werden konnten. Den Verkehr regelten hier „menschliche Ampeln“ d.h. Menschen, die entweder eine rote oder eine grüne Kelle hochhielten. Gegen 16:00 Uhr checkten wir auf dem City Camping in Riga ein. Dieser Campingplatz  liegt an den Messehallen und erinnert eher an einen Stellplatz. Hier überraschten uns die vielen internationalen Wohnmobile. Speziell Deutsche sind hier stark vertreten. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, gingen wir in die ca. 2,5 km entfernt liegende Innenstadt. Dort suchten wir die Touristeninfo auf. Wir erhielten einen Plan über die Stadt (leider auf Französisch) mit zwei Routenvorschlägen zu den Sehenswürdigkeiten. Anschließend kehrten wir zum Platz zurück.


01.8.2012 Riga
Heute stand die Stadtbesichtigung auf dem Plan. Auf dem Weg in die Altstadt fiel uns auf, dass es den Fußgängern recht schwer gemacht wird, die mehrspurige Straße zu überqueren. Es ging mit den Rädern wieder bis zum Rathaus, um von dort zu Fuß aus die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. So klapperten wir das Schwarzhäupterhaus, die St. Petri Kirche und den Livländer Platz ab. Dort entdeckten wir zwar das Wahrzeichen der Stadt, die buckelnde Katze, aber nicht den in dem WoMo Reiseführer erwähnten lesenden Jungen. Weiter ging es Richtung Dom, dabei begann es zu regnen. Die Regendauer überbrückten wir dann mit einer Besichtigung des Doms, der leider aufgrund von Renovierungsarbeiten mit Planen und Gerüsten verhangen war. Mit den „drei Brüdern“, eine Häuserreihe mit 3 aneinanderhängenden Häusern, dem Pulverturm und dem Freiheitsdenkmal führten wir unser Touriprogramm fort. In dem angrenzenden, schön angelegten Park legten wir eine kleine Pause ein.  Die russisch-orthodoxe Kathedrale beeindruckte uns durch ihr prachtvolles Erscheinungsbild. Der Besuch der Markthallen bildete dann den Abschluss unseres Rundganges.  Nach einem Cafebesuch an der St. Petri Kirche und Kaufen von Ansichtskarten fuhren wir zurück zum Campingplatz.


02.8.2012 Riga (10:30) – Pūrciems (15:00)
Nachdem wir unsere Tanks geleert und unseren Kühlschrank und Getränkevorrat gefüllt hatten, verließen wir die Hauptstadt Lettlands, um uns die Küste näher anzuschauen. Zunächst ging es durch Jūrmala, welches sich sehr lange der Straße entlang zieht. Einen Wanderstopp legten wir kurz nach Berzciems am Engures ezers ein. Dort liefen wir durch den Wald an einer ornithologischen Forschungsstation vorbei zu einem Vogelbeobachtungsturm, der leider geschlossen war. Trotzdem konnten wir die dort ansässigen Wildpferde und –rinder entdecken. Leider war das Gebiet reich an Mücken, weshalb es uns schwer möglich war an einem Platz länger zu verweilen. Generell bleibt zu sagen, dass der Parkplatz nur durch eine äußerst schlechte Schotterpiste zu erreichen ist. Anschließend fuhren wir an der Küstenstraße weiter und machten einen kurzen Stopp am Meer. Unser Quartier schlugen wir in Pūrciems auf. Bei dem Campingplatz handelt es sich eher um einen schön angelegten Zeltplatz inmitten von Bäumen. Die sanitären Anlagen sind eher naturbelassen, soll heißen, es gibt zwar Toiletten, die aber auf das nötigste reduziert sind und die Dusche ist eine Kaltwasserdusche, die Waschbecken sind im Freien. Dennoch fühlen wir uns hier sofort wohl, was an den bereitgestellten Picknickbänken, den Feuerstellen, der erstaunlichen Ruhe, dem vielen Grün, dem schön bepflanzten Garten und dem im Wind klingendem Windspiel lag. Von hier aus liefen wir ca. 5 Minuten zum Strand, an dem wir unsere Picknickdecke ausbreiteten und den Nachmittag mit lesen und relaxen verbrachten. Am Platz zurück kochten wir uns erstmal eine Suppe, bevor wir einem weiteren Tipp aus dem Womo-Führer folgten und uns auf den Weg zum Dünenlehrpfad machten. Dieser schlängelt sich auf Holzpfaden durch die Natur und über eine abenteuerliche Brücke, die beim Überqueren erschreckend laut quietschte. Beeindruckend sind hier die wirklich hohen Dünen, die von einem malerischen Bach durchflossen werden. Nach einem kurzen Abstecher zum Meer ging es dann zurück zum Platz, an welchem wir den Abend bei einem Gläschen Wein ausklingen ließen.


3.8.2012 Pūrciems (10:30) – Mikelbaka (14:30)
Heute Morgen wurden wir von leichtem Nieselregen geweckt. Während wir im trockenen Bus saßen, schauten wir den Zeltern zu, die unbeirrt ihr Frühstück im Regen einnahmen. Als das Wetter aufklarte, machten wir uns auf den Weg Richtung Norden, nachdem wir auf dem wirklich sehr schönen Platz in Pūrciems gerade einmal 4Ls für die Übernachtung bezahlt hatten. In Kolka legten wir einen Tankstopp ein. Auf der Tankstelle kamen wir mit einer älteren Dame aus Stuttgart ins Gespräch, die ebenfalls mit einem T4, allerdings mit Wohnmobilaufbau, unterwegs war. Sie erzählte, dass sie alleine auf einer längeren Reise durch das Baltikum und Skandinavien sei (und das ohne Navi, da ihre bereits in Polen den Geist aufgegeben hat). Außerdem erzählte sie, dass sie mit dem VW-Bus auch schon durch Südamerika gefahren ist. Sehr faszinierend, da sie obendrein auch noch Probleme mit den Knien und der Hüfte hat. Aber es kam sehr deutlich rüber, dass es genau ihr Lebenstraum ist, den sie mit den Reisen verwirklicht. Von Kolka ging es dann weiter bis zum Kap Kolka, dem Punkt an dem die Ostsee und das Wasser des Rigaer Meerbusens aufeinander treffen. Der Strand dort hat uns weniger gefallen. Dies lag hauptsächlich an dem strengen Geruch nach Algen der dort in der Luft lag. Es ist allerdings eindrucksvoll, wie die beiden Strömungen aufeinandertreffen. Als nächstes hatten wir eine Wanderung durch das Petersmoor geplant. Zunächst hatten wir Probleme den Wanderparkplatz zu finden. Als wir unseren Bus dann endlich abgestellt und uns auf den Weg ins Moor gemacht hatten, mussten wir feststellen, dass die wohl einmal vorhandenen Holzpfade durch das Moor mittlerweile zusammengebrochen sind und der Weg nicht mehr begehbar war. Enttäuscht traten wir den Rückweg zum Bus an, begleitet von einer großen Menge an Mücken. Unser Ziel für diesen Tag erreichten wir mit dem Campingplatz Mikelbaka gegen 14:30. Der Platz ist relativ groß und liegt nahe am sehr schönen Strand. Allerdings sind die Sanitäreinrichtungen eher spartanisch. Hinzu kommt, dass das Leitungswasser eine ungewöhnlich gelbe Färbung und einen unangenehmen Geruch hat. Wir haben für uns entschieden es nicht zum Trinken und Essen zubereiten zu nutzen.
Zunächst machten wir eine kurze Wanderung (teilweise barfuß durchs Meer) am Strand entlang Richtung Leuchtturm. Dabei kommt man bei mehreren ziemlich verfallenen Gebäuden vorbei. Der Leuchtturm selbst steht auf einem umzäunten Gelände und ließ sich nur aus einiger Entfernung betrachten. Gegen Abend füllte sich der Campingplatz. Später gingen wir nochmals Richtung Strand, um etwas zu lesen und den Sonnenuntergang zu bestaunen.


weiter zur dritten Woche…

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